Aktuelles im Biolandbau

Biogasanlage

Neue Regelung zum Einsatz von Hof- und Recyclingdünger auf Biobetrieben

Auch im Biolandbau ist eine möglichst ausgewogene Nährstoffversorgung anzustreben. Neben Hofdünger wie Mist, Gülle oder Gärgülle sind auch Recyclingdünger wie Gärgut oder Kompost beliebte organische Nährstoffquellen.  Grundsätzlich dürfen Biobetriebe Nährstoffe zuführen. Zufuhren sind über HODUFLU zu erfassen. Bis zu einem Anteil von 50% des Nährstoffbedarfes darf auch von Nicht-Biobetrieben zugeführt werden.
Neu ab 2017 gilt für Knospe-Betriebe eine Limitierung der Zufuhr von Nährstoffen aus Biogasanlagen auf max. 50%, unabhängig ob es sich um Hofdünger (Gärgülle) oder Recyclingdünger (Gärgut) handelt. Biobetrieb welche Nährstoffe abgeben, müssen diese wieder auf Biobetriebe liefern. Geschieht dies über eine Biogasanlage, ist neben der Erfassung auf HODUFLU auch ein Abnahmevertrag zwischen dem abgebenden und abnehmenden Biobetrieb abzuschliessen. Dieser Vertrag gilt als Nachweis, dass Nährstoffe aus Biogasanlagen wieder auf einem Biobetrieb eingesetzt werden. Die entsprechende Nährstoffmenge aus dem Biobetrieb darf dem Anteil Biodünger angerechnet werden. Weiter gilt zu beachten, dass flüssiges Gärgut nur von  Anlagen eingesetzt werden darf, welche auf der aktuellen Betriebsmittelliste aufgeführt sind. Zudem gelten auch für Recyclingdünger Distanzlimiten (Flüssiges Gärgut: 20km, Festes Gärgut: 40km). 

Maschinendemo Birr

Wurzelunkräuter im Biolandbau regulieren

 

Insbesondere im Biolandbau ist die Regulierung von Wurzelunkräuter eine besondere Herausforderung. Die Stoppelbearbeitung ist ein wichtiger Baustein einer erfolgreichen Sanierungsstrategie Wurzelunkräuter mechanisch zu schwächen. Dabei ist ein besonderes Augenmerk der Arbeitsweise der Bodenbearbeitungsgeräte zu schenken.  Sehr wichtig ist eine flache und ganzflächige Unterschneidung. In mehreren Durchgängen kann stets etwas tiefer gearbeitet werden. In leichten Böden befinden sich beispielsweise Queckenrizome eher tiefer (8 – 12 cm) als auf schwereren Böden (6-8 cm). Zur Regulierung von Blacken sollte eine Bearbeitungstiefe von 10-12 cm angestrebt werden. Das Ziel ist möglichst die Rhizome und Austriebsknospen zu erfassen und an die Oberfläche zu befördern, wo sie weiter mechanisch bearbeitet werden und austrocknen können. Traditionelle Grubber oder Federzahneggen erfüllen dies in der Regel nicht befriedigend.

 

Auch zapfwellengetriebene Geräte wie Fräsen oder Kreiseleggen bergen die Gefahr einer starken Zerstückelung von Wurzelstücken, welche erneut austreiben können. In letzter Zeit wieder neu enddeckte und weiterentwickelte Geräte wie Schälpflüge  oder Flachgrubber arbeiten exakt und eine konstant flache Tiefenführung ist  gewährleistet.
Aus wirtschaftlichen Gründen sowie um Erosion und Auswaschung von Nährstoffen zu vermindern und die Bodenfruchtbarkeit zu fördern sollten lange Wartezeiten und Unkrautkuren in der Fruchtfolge auf ein Minimum beschränkt werden. Auf Problemstandorten empfiehlt sich nach einer Unkrautkur einer schnellwachsenden Gründüngung, eine Zwischenkultur oder eine mehrjährige Kunstwiese anzulegen, welche geschwächte Unkrautbestände gut zu unterdrücken vermögen. Zu einer erfolgreichen Regulierungsstrategie gehört neben der Stoppelbearbeitung auch dem Ursprung des Problems auf die Schliche zu kommen, um Problemstandorte langfristig nachhaltig sicher zu sanieren.