Asiatischer Laubholzbockkäfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein besonders gefährlicher und damit meldepflichtiger Schadorganismus. Er befällt verschiedenste Laubholzarten und kann die befallenen Laubholzbäume innert weniger Jahre zum Absterben bringen. Die wirtschaftlichen und ökologischen Schäden für betroffene Gebiete sind entsprechend hoch. Systematische Grenzkontrollen von Warenimporten mit Verpackungsholz, strukturierte Kontrollen in den betroffenen Gebieten und ein aufmerksames Beobachten gefährdeter Standorte sind deshalb besonders wichtig. (Quelle BAFU, Stand 08.08.2014)

Aktuelle Befallssituation Asiatischer Laubholzbockkäfer (Stand August 2014)

Bis heute sind in der Schweiz drei Freilandbefälle bekannt (Brünisried, Winterthur und Marly). Wiederholt findet der EPSD bei den Einfuhrkontrollen auch befallene Holzverpackungen, die jeweils vernichtet werden müssen. Die zwei grössten Freilandbefälle betreffen die Stadt Winterthur (ZH) und die Gemeinde Marly (FR). In Winterthur wurden ca. 140 lebende Käfer gefangen und vernichtet. Zur Tilgung dieses Befallsherdes mussten über 130 Bäume gefällt, das Holz gehäckselt und in der Kehrrichtverbrennungsanlage vernichtet werden. Seit Herbst 2013 wurden in Winterthur keine Käfer und Larven mehr gefunden. Die Überwachungsarbeiten gehen aber unvermindert weiter. In Marly wurden bis Ende Juli 2014 rund 160 Käfer gefangen und vernichtet und über 120 Bäume gefällt, gehäckselt und in eine Verbrennungsanlage gebracht. Die Bekämpfungs- und Überwachungsarbeiten durch den kantonalen Pflanzenschutzdienst, gehen in Marly unvermindert weiter. Die Überwachung wird sowohl in Winterthur wie auch in Marly mit speziell ausgebildeten Baumkletterern und Spürhunden durchgeführt. (Quelle BAFU)

Was tun bei einem Verdacht?

Bei einem Verdachtsfall informieren Sie umgehend die zuständige kantonale Stelle. Gehen Sie dabei folgendermassen vor:

  • Käfer einfangen und in geschlossenem Behälter aufbewahren
  • Rasche telefonische Meldung an den kantonalen Pflanzen- oder Waldschutzdienst
  • Benötigte Informationen: Vorname, Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Fundort (Ort, Strasse, Nr.), Abholadresse

Bekämpfung

Befallene Pflanzen müssen gefällt und verbrannt werden. Potenzielle Wirtspflanzen können nach einer Güterabwägung in einem bestimmten Perimeter ebenfalls gefällt werden. Diese Massnahmen werden durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst EPSD und die kantonalen Wald- und Pflanzenschutzstellen angeordnet.

Betroffene Baumarten

  • Ahorn
  • Pappel
  • Weide
  • Rosskastanie
  • Birke
  • Platane
  • Buche
  • u.a. Laubholzarten

In der Schweiz gibt es einheimische Bockkäferarten, die dem Asiatischen Laubholzbockkäfer ähnlich sehen. Manche dieser Arten sind selten, gefährdet und daher geschützt. Sie stellen auch keine Gefahr für den Schweizer Wald dar. Bitte töten Sie deshalb keine verdächtigen Käfer, sondern fangen Sie sie ein und bewahren Sie sie in einem verschliessbaren Glas auf. So können Sie den Käfer auf Verwechslungsmöglichkeiten überprüfen. Melden Sie einen konkreten Verdacht, wenn möglich mit Foto, Ihrer kantonalen Fachstelle.

 

Citrusbockkäfer

Ein ebenfalls als Quarantäneorganismus eingestufter Bockkäfer ist der Citrusbockkäfer. Dieser ist mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer naher verwandt. Das deutlichste Unterscheidungsmerkmal ist die seine höckerige Flügeldeckenbasis. Der Käfer wurde in der Schweiz letztmals Ende September 2014 im Kanton Thurgau gesichtet.

Ein Fund oder allfälliger Verdachtsfall ist ebenfalls den kantonalen Pflanzenschutzdienststellen zu melden (Details siehe unten).

 

Hilfsdokumente zur Bestimmung

Abteilung Wald, 5001 Aarau