Asiatischer Laubholzbockkäfer

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein besonders gefährlicher und damit meldepflichtiger Schadorganismus. Er befällt verschiedenste Laubholzarten und kann die befallenen Laubholzbäume innert weniger Jahre zum Absterben bringen. Die wirtschaftlichen und ökologischen Schäden für betroffene Gebiete sind entsprechend hoch. Systematische Grenzkontrollen von Warenimporten mit Verpackungsholz, strukturierte Kontrollen in den betroffenen Gebieten und ein aufmerksames Beobachten gefährdeter Standorte sind deshalb besonders wichtig. (Quelle BAFU)

Meldepflicht für Warenimporte in Holzverpackungen

Zum Schutz vor weiteren Einschleppungen und vor Verschleppungen aus den Befallsgebieten ergänzt der Bund auf 1. Januar 2016 die VvPM des BLW um Import- und Verbringungsvorschriften, welche Wirtspflanzen des ALB betreffen.

Aktuelle Befallssituation Asiatischer Laubholzbockkäfer (Stand September 2017)

Seit 2011 sind in der Schweiz vier Freilandbefälle bekannt (Brünisried, Winterthur, Marly und Berikon). Der bisher grösste Befall in der Deutschschweiz wurde 2012 in Winterthur entdeckt. Dank der sofort eingeleiteten Tilgungs- und Monitoringmassnahmen der Stadt Winterthur und des Kantons Zürich wurden bereits im Folgejahr keine Käferaktivitäten mehr festgestellt. Es sind vier befallsfreie Jahre nötig, um die Massnahmen aufheben zu können. In Winterthur ist es gelungen, den Käfer nach vier Jahren zu tilgen. Dieser Erfolg in dieser kurzen Zeit war möglich dank dem grossen Einsatz der lokalen und kantonalen Behörden sowie der Baumkletterer, Spürhundeteams und der WSL. Anfang Dezember 2016 hat das BAFU die entsprechende Verfügung der Massnahmen aufgehoben. Die Tilgung des Befalls kostete Stadt Winterthur und Kanton Zürich rund 3,3 Mio. CHF.

In den Befallsgebieten in Marly (FR), Brünisried (FR) und Berikon (AG) werden die Überwachungsarbeiten mit den speziell ausgebildeten Baumkletterern und Spürhunden weitergeführt. 2016 wurden keine Käferaktivitäten festgestellt. Nach wie vor darf Holz oder Pflanzenmaterial von ALB-Wirtspflanzen nur mit amtlicher Genehmigung aus den Befallsgebieten transportiert werden.

Immer wieder findet der Eidgenössische Pflanzenschutzdienst (EPSD) bei den Einfuhrkontrollen im Hafen in Basel oder im Landesinnern befallene Holzverpackungen, die jeweils vernichtet werden müssen.

Im August 2016 wurden in Divonne-les-Bains mehrere befallene Bäume sowie lebende Larven und Käfer entdeckt. Die Tilgungsmassnahmen sind noch im Gange. Die von der französischen Pflanzenschutzbehörde festgelegte Pufferzone liegt zum Teil auf Waadtländer Boden. In Rücksprache mit dem Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst und der WSL hat der Waadtländer Forstdienst auf Schweizer Seite die notwendigen Überwachungsmassnahmen eingeleitet. Bisher wurden keine ALB-Spuren gefunden. Die Überwachung wird mindestens vier Jahre weitergehen und während dieser Zeit darf Holz oder Pflanzenmaterial von ALB-Wirtspflanzen nur mit amtlicher Genehmigung aus der Pufferzone transportiert werden.

(Quelle BAFU)

Was tun bei einem Verdacht?

Bei einem Verdachtsfall informieren Sie umgehend die zuständige kantonale Stelle. Gehen Sie dabei folgendermassen vor:

  • Käfer einfangen und in geschlossenem Behälter aufbewahren
  • Rasche telefonische Meldung an den kantonalen Pflanzen- oder Waldschutzdienst
  • Benötigte Informationen: Vorname, Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Fundort (Ort, Strasse, Nr.), Abholadresse

Bekämpfung

Befallene Pflanzen müssen gefällt und verbrannt werden. Potenzielle Wirtspflanzen können nach einer Güterabwägung in einem bestimmten Perimeter ebenfalls gefällt werden. Diese Massnahmen werden durch den Eidgenössischen Pflanzenschutzdienst EPSD und die kantonalen Wald- und Pflanzenschutzstellen angeordnet.

Betroffene Baumarten

  • Ahorn
  • Pappel
  • Weide
  • Rosskastanie
  • Birke
  • Platane
  • Buche
  • u.a. Laubholzarten

In der Schweiz gibt es einheimische Bockkäferarten, die dem Asiatischen Laubholzbockkäfer ähnlich sehen. Manche dieser Arten sind selten, gefährdet und daher geschützt. Sie stellen auch keine Gefahr für den Schweizer Wald dar. Bitte töten Sie deshalb keine verdächtigen Käfer, sondern fangen Sie sie ein und bewahren Sie sie in einem verschliessbaren Glas auf. So können Sie den Käfer auf Verwechslungsmöglichkeiten überprüfen. Melden Sie einen konkreten Verdacht, wenn möglich mit Foto, Ihrer kantonalen Fachstelle.

 

Citrusbockkäfer

Ein ebenfalls als Quarantäneorganismus eingestufter Bockkäfer ist der Citrusbockkäfer. Dieser ist mit dem Asiatischen Laubholzbockkäfer naher verwandt. Das deutlichste Unterscheidungsmerkmal ist die seine höckerige Flügeldeckenbasis. Der Käfer wurde in der Schweiz letztmals Ende September 2014 im Kanton Thurgau gesichtet.

Ein Fund oder allfälliger Verdachtsfall ist ebenfalls den kantonalen Pflanzenschutzdienststellen zu melden (Details siehe unten).

 

Hilfsdokumente zur Bestimmung

Abteilung Wald, 5001 Aarau