Feuerbrand allgemein

Feuerbrand

Feuerbrand

Feuerbrand ist eine hochansteckende, gemeingefährliche und meldepflichtige Bakterienkrankheit. Verursacht durch das Bakterium Erwinia amylovora bedroht er die Kernobstbäume und eine ganze Anzahl von Zier- und Wildpflanzen in hohem Masse. Eine befallene Pflanze kann innerhalb einer Vegetationsperiode absterben. Die Übertragung erfolgt durch Bakterienschleim, der auf vielfältige Weise, insbesondere durch Insekten und Vögel, sehr rasch und sehr weit verbreitet wird. Wenn genügend Infektionsmaterial vorhanden ist und während der Blüte für den Erreger günstige Witterung herrscht, kommt es zu einer extremen Ausbreitung der Krankheit mit massiven Schäden.

Vorgehen im Verdachtsfall

Bitte beachten Sie bei einem Verdachtsfall folgende Punkte:

  • Verdächtige Pflanzen nicht berühren - Verschleppungsgefahr!
  • Sofortige Meldung an die feuerbrandverantwortliche Person Ihrer Gemeinde. Diese kann dann anlässlich einer Besichtigung vor Ort über das weitere Vorgehen entscheiden.

 

Meldestellen im Aargau

In jeder Gemeinde gibt es mindestens eine Feuerbrandverantwortliche Person, die als erste Anlaufstelle bei Befallsverdacht und bei Fragen kontaktiert werden kann.

Befallsübersicht

Übersicht  der Aargauer Gemeinden mit Feuerbrandbefall nach Befallsintensität (gelb: 1-10 Pflanzen oder m2 mit Befall; rot: >10 Pflanzen oder m2 mit Befall).

 


Strategie

Feuerbrand-Strategie Aargau

Der Kanton Aargau verfolgt eine konsequente Strategie bei der Bekämpfung des Feuerbrandes.

Befallszone

Die Befallszone ist ein Gebiet von mehreren zusammenhängenden Gemeinden, in welchen der Feuerbrand stärker etabliert ist. Seit Juli 2008 sind im Aargau 54 Gemeinden im südlichen Kantonsteil der Befallszone zugeteilt.

Schutzobjektstrategie

Schutzobjekte sind wertvolle Wirtspflanzenbestände (Baumschulquartiere, Erwerbsobstanlagen und Hochstamm-Obstgärten) mit einem Schutzgürtel von 500m. In Schutzobjekten wird die Umgebungskontrolle intensiviert und die Bekämpfungspriorität bei Feuerbrandbefall in der Umgebung gewährleistet.

Besitzerinnen und Besitzer von Schutzobjekten kontrollieren ihren Wirtspflanzenbestand sowie das Kulturland im Schutzgürtel. Die Kontrolle des Siedlungsgebietes im Schutzgürtel wird durch die Feuerbrandverantwortliche Person der Gemeinde durchgeführt.

Regionale Beratungsstellen

Den Gemeinden im Kanton Aargau stehen regionale Beratungsstellen zur Verfügung. Sie sind Fachpersonen aus der Praxis und bieten Beratungen in sämtlichen Feuerbrandfragen für Gemeinden, Landwirte und Privatpersonen an. Sie sind mit dem Feuerbrand-Schnelltest AgriStrip ausgerüstet, so dass ein Befall vor Ort nachgewiesen werden kann.

Bienenverstellverbot

Bei der Verbreitung des Feuerbrands über kürzere Distanzen - vor allem während der Blüte der Obstbäume -  spielen die Bienen eine zentrale Rolle. Damit der Feuerbrand nicht durch Bienen verschleppt wird, ordnet der Kantonale Pflanzenschutzdienst ein Verbot für das Verstellen von Bienen zwischen dem 1. April und dem 15. Juni an.

Pflanzenschutzmittel gegen Feuerbrand

Das Bundesamt für Landwirtschaft BLW hat den Einsatz des Antibiotikums Streptomycin gegen Feuerbrand ab 2016 verboten. Zugelassen für die Bekämpfung des Feuerbrandes wurde das Produkt LMA (Kaliumaluminiumsulfat) Die Grundlagen zum Einsatz des Produktes sind in der „Allgemeinverfügung über die Zulassung eines Planzenschutzmittels in besonderen Fällen“ enthalten.

Ersatzpflanzungen Hochstammbäume

Seit 2012 wird im Aargau für jeden aufgrund von Feuerbandbefall gerodeten Hochstammbaum kostenlos ein Jungbaum zur Verfügung gestellt. Diese Massnahme soll mithelfen, den für die Kulturlandschaft wichtigen Hochstammbestand im Aargau zu stabilisieren. Für die Neupflanzung zur Verfügung stehen ausschliesslich feuerbrandrobuste Kernobstsorten, Steinobst oder Feldbäume. Zusammen mit ProSpecieRara und der Forschungsanstalt Agroscope setzt sich der Kanton Aargau für die Erweiterung der Liste von feuerbrandrobusten Sorten ein.


Formulare

Formulare

Ausgefüllte Formulare laufend, resp. bis spätestens 30. September zurücksenden an:
Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Pflanzenschutzdienst, Feuerbrand, Liebegg 1, 5722 Gränichen oder sandra.luescher2@ag.ch


Fotogallerie


Befallsübersicht & Schutzobjektstrategie