Zertifikate, Fähigkeitszeugnisse und Frauen am Mikrofon


Stolze Absolventinnen und Begleitpersonen, echte Wertschätzung und ein wunderbarer Sommerabend: Das sind die Zutaten für einen schönen Schlusspunkt nach zwei intensiven Ausbildungsjahren.
Nach der letzten heissen Phase (im wahrsten Sinne des Wortes) der Ausbildung und dem erfolgreichen Qualifikationsverfahren, durften die Absolventinnen der Nachholbildung Fachfrau Hauswirtschaft ihr Fähigkeitszeugnis entgegennehmen. Ein besonderer Moment für die erwachsenen Absolventinnen die in den letzten zwei Jahren neben Beruf, Familie und Privatleben viel in diese Ausbildung investiert hatten. Nicht weniger stolz waren die 35 anwesenden Absolventinnen der Ausbildung Bäuerin auf ihre Modulzertifikate der letzten zwei Ausbildungsjahre: Jetzt kann der nächste Meilenstein, die Eidgenössische Berufsprüfung in Angriff genommen werden.

An Tagen wie diesen…
An diesem schönen Sommerabend an der Liebegg war aber zuerst feiern und geniessen angesagt. Eine fröhliche, festliche Stimmung breitete sich schon bei der Ankunft der ersten Apérogäste aus und blieb während der ganzen Schlussfeier, bis hin zum gemütlichen Schlummertrunk bei Kerzenlicht unter der Linde, zu Gast. Der Rückblick auf die Ausbildungszeit an der Liebegg wurde von den Klassen mit einem Augenzwinkern präsentiert. Da sind in den letzten zwei Jahre dauerhafte Freundschaften entstanden und einige der Absolventinnen waren durchaus auch etwas wehmütig an diesem "letzten Abend" an der Liebegg. Die ausdrucksstarke Stimme von Iandara, begleitet von feinen Gitarrenklängen, war auch deshalb die perfekte musikalische Begleitung der Feier.

Frauen am Mikrophon
Nach der Begrüssung überliess Hansruedi Häfliger, Direktor des LZ Liebegg, Mikrophon und Bühne den Frauen. Grossratspräsidentin Renata Siegrist-Bachmann wünschte sich, dass die Ausbildung von Bäuerin und Landwirt, die Betriebsleiterpaare der Zukunft noch besser auf eine flexible Rollenverteilung im Alltag vorbereite. Gleichzeitig erinnerte sie die Männer im Saal daran, präsent zu sein und ihre Partnerinnen zu unterstützen. Renata Siegrist gab auch Einblick in ihren eigenen Haushalt, denn: "auch eine Grossratspräsidentin hat schliesslich einen Haushalt" und ermutigte die Absolventinnen der beiden Lehrgänge: "Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf das Gelernte stolz sind. Einen Haushalt zu führen und in der Hauswirtschaft zu arbeiten ist echte Knochenarbeit und wird selten entsprechend honoriert."

Ausbildung macht selbstbewusst
Die Vertreterinnen der Schulkommission des LZ Liebegg, von Hauswirtschaft Aargau, dem Schweizerischen und dem Aargauischen Bäuerinnen und Landfrauenverband stärkten die Absolventinnen für den weiteren Weg in ihrem Beruf. Sie machten ihnen Mut, das gewonnene Selbstvertrauen gut festzuhalten und die Erfolgserlebnisse aus der Ausbildung immer wieder abzurufen. Ganz nach dem Motto "nach der Ausbildung ist vor der Ausbildung" wurde auch für die nächsten (Karriere)-Schritte motiviert.

Vom Geben und Nehmen
Colette Basler, Co-Geschäftsführerin des Schweizerischen Bäuerinnen und Landfrauenverbandes brachte neben Gratulationen eine wichtige Botschaft für die Festgesellschaft mit. Sie zitierte Petra Sieghart, die neue Leiterin des Geschäftsbereichs Bildung des Schweizer Bauernverbandes (SBV): „Es ist immer ein Geben und ein Nehmen. Insbesondere Bäuerinnen sind Frauen, welche viel geben. Sie sollten nicht vergessen auch zu nehmen – zum Beispiel Lohn.“ Ein passender Schlusspunkt der in den Reihen von Vielen nickend bestätigt wurde.