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Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg
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Warum den Boden ganzjährig bedecken?

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Warum den Boden ganzjährig bedecken?

Eine ganzjährige Bodenbedeckung hat die Förderung des Bodenlebens und der Bodengesundheit zum Ziel. Ein wichtiger Grundsatz dabei lautet: den Boden möglichst nie unbedeckt und möglichst lange mit lebenden Wurzeln durchwachsen lassen. Zwischenkulturen, Untersaaten, Ernterückstände und Mulch schützen die Bodenoberfläche und halten gleichzeitig die biologischen Prozesse im Boden aktiv.

Fokus: Wasser wird zum entscheidenden Produktionsfaktor

Trockenperioden und Starkniederschläge stellen den Ackerbau zunehmend vor Herausforderungen. Entscheidend ist deshalb nicht nur, wie viel Niederschlag fällt, sondern wie viel davon tatsächlich in den Boden infiltriert, dort gespeichert wird und den Kulturen später zur Verfügung steht. Eine permanente Bodenbedeckung setzt genau hier an:

Mehr Wasser aufnehmen
Eine stabile, biologisch aufgebaute Bodenstruktur mit durchgängigen Wurzel- und Regenwurmgängen verbessert die Infiltration (Wasseraufnahme). Niederschläge können schneller in den Boden eindringen, statt oberflächlich abzufliessen. Gleichzeitig schützt eine Mulchschicht die Bodenoberfläche vor der Wucht der Regentropfen und reduziert Verschlämmung und Erosion.

Wasser im Boden behalten
Lebende Wurzeln, Bodenorganismen und organische Substanz fördern die Bildung stabiler Bodenaggregate und eines funktionierenden Porensystems. Zusammen mit einem höheren Humusgehalt verbessert dies die Fähigkeit des Bodens, Niederschlagswasser aufzunehmen und für Trockenperioden zu speichern.

Wasserverluste reduzieren
Ernterückstände, abgestorbene Zwischenkulturen und lebende Pflanzen beschatten den Boden. Dadurch erwärmt sich die Bodenoberfläche weniger stark und die unproduktive Verdunstung aus dem Boden wird vermindert. Das gespeicherte Wasser steht länger für die Kultur zur Verfügung.

Wasser aus unterschiedlichen Bodentiefen nutzen
Artenreiche Begrünungen kombinieren verschiedene Wurzelsysteme. Tiefwurzler wie Lupinen oder Öllein können tiefere Bodenschichten erschliessen, während Flachwurzler vor allem den Oberboden durchwurzeln und bedecken. Dadurch wird das vorhandene Bodenwasser räumlich besser genutzt.

Wie Zwischenkulturen unter erschwerten Bedingungen anbauen?

Zwischenkulturne möglichst früh säen
Nach der Ernte (bspw. von Getreide) zählt jeder Vegetationstag. Eine möglichst unmittelbare Saat nutzt die vorhandene Restfeuchtigkeit des Bodens und verlängert die Zeit für Wurzel- und Biomassebildung. In besonders Trockenen Jahren sollte mit der Saat bis zum 15. August zugewartet werden. Die kürzeren Tage sowie die abnehmende Hitze reduzieren das Risiko einer Austrocknung. Mehrmalige Säuberungsschnitte im Zwischenfutter (2-3 Schnitte im Herbst) unterdrücken trotz fehlender Stoppelbearbeitung das Aufkommen von Unkräutern und verbessern gleichzeitig die Futterqualität.

Untersaaten nutzen
Untersaaten ermöglichen eine nahezu unterbrechungsfreie Durchwurzelung. Nach der Ernte der Hauptkultur ist bereits ein etablierter Pflanzenbestand vorhanden – ein Vorteil insbesondere dann, wenn eine Zwischenkultur wegen Trockenheit nur schwierig etabliert werden kann.

Weg von klassischen Saattechniken
Reduzierte Bodenbearbeitung bzw. Direktsaat erhalten Wurzelkanäle, Regenwurmgänge und Bodenaggregate. Dadurch bleibt das natürliche Porensystem erhalten, welches für die schnelle Aufnahme und Speicherung von Niederschlagswasser entscheidend ist. Oder man setzt auf eine Einsaat aus der Luft per Drohne. Auch bei sehr geringen Niederschlagsmengen und nur oberflächlicher Ablage im Bestand laufen Drohnensaaten erfolgreich auf.

Sonnenschutz für den Boden
Stroh und abgestorbene Zwischenkulturen sollten möglichst lange an der Oberfläche verbleiben. Sie wirken wie eine Schutzschicht gegen Sonne, Verdunstung, Verschlämmung und Oberflächenabfluss.

 

Fazit

Permanente Bodenbedeckung und ganzjährig lebende Wurzeln sind nicht nur Massnahmen zum Erosionsschutz. Sie sind ein wichtiges Werkzeug für ein aktives Wassermanagement auf dem Acker:

Nierderschlag aufnehmen - im Boden speichern - Verdunstung reduzieren - Wasser für die Kultur verfügbar halten

 

Gerade unter zunehmend wechselhaften Bedingungen mit längeren Trockenphasen und intensiven Niederschlagsereignissen wird die Fähigkeit des Bodens, Wasser effizient aufzunehmen und zu speichern, zu einem entscheidenden Faktor für stabile Erträge. Ein gut strukturierter, durchwurzelter und bedeckter Boden funktioniert dabei zunehmend als Wasserspeicher der Kultur.

Kontakt

Ziltener Rita

Pflanzenschutzdienst und Boden / Düngung

Rita Ziltener
062 855 86 81 rita.ziltener@ag.ch
Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg
Liebegg 1
5722 Gränichen, CH
062 855 86 55
info@liebegg.ch