Eine frühzeitige Güllegabe wirkt bei den Wiesen wie eine Starthilfe. Sie fördert die Gräser und die Grasnarbendichte. Wenn die Grasnarbe verfilzt ist oder Schaden genommen hat z.B. durch Mäuse oder die Herbstweide, ist eine Frühlingspflegekur angesagt: Abschleppen, striegeln, walzen und die Frühlingsweide sind dazu wertvolle Instrumente. Falls nötig, werden die Wiesen übersät, neu angesät oder vorübergehend mit einer Ackerkultur bestellt.
Pflegen nach Bedarf
Um gutes, sauberes Futter ernten zu können, müssen Mäusehaufen abgeschleppt, Filzgräser herausgestriegelt und Unebenheiten gewalzt werden. Mit Walzen (800-1000 kg pro Meter Arbeitsbreite) und Weiden lassen sich die Mäuse im Frühling besonders gut reduzieren. Solche Massnahmen sind einfach, günstig und wirksam. Sie lassen sich auch gut mit Gerätekombinationen ausführen, falls es trocken genug ist. Bei viel Mäusehaufen ist aber ein separates Abschleppen vor einer allfälligen Übersaat vorteilhaft. Die Frühlingsweide hat auch eine pflegende Wirkung. Sie verbessert die Bestockung und Rasenbildung der Gräser und fördert Englisch-Raigras und Wiesenrispe – beides Garanten für qualitativ hochstehende, robuste, ausdauernde Pflanzenbestände.
Übersäte Wiesen jung nutzen
Frühlings-Übersaaten erfolgen nach der Schneeschmelze ins erwachende Gras, sobald die Böden befahrbar sind. Sonst sind die Jungpflanzen zu anfällig auf spätere Trockenperioden und leiden unter der Konkurrenz des ersten Aufwuchses. Striegel, Rauwalzen oder der Weidetritt sorgen für guten Bodenkontakt. Die Breitsaat eignet sich besonders für die Weidenutzung und die Etablierung der trockenheitsresistenten Wiesenrispe. Die Kombination mit einem Striegel entfilzt die Bestände und sorgt beim Samen für besseren Bodenkontakt. Direktsaaten sind dafür weniger trockenheitsanfällig. Das gewählte Saatgut soll optimal auf die Bewirtschaftung und den Standort abgestimmt sein. Die in der Entscheidungshilfe aufgeführten Klee-Gras-Mischungen geben ausgewogenere, stabilere Bestände als die Übersaat von nur einzelnen Gräsern. Übersäte Wiesen wollen für einmal nicht gedüngt und zweimal jung genutzt werden. Weitere Tipps gibt das Liebegger Merkblatt für erfolgreiche Übersaaten.
Bei vielen Schäden nicht alles auf eine Karte setzen
Sind auf einem Betrieb viele Flächen betroffen, darf bei einer Sanierung nicht nur auf die Karte der Übersaat gesetzt werden. Ein Teil der Flächen kann vorübergehend in die Fruchtfolge einbezogen werden und ein bis zwei Jahre später wieder mit Gras angesät werden. Äugsteln nach Getreide verspricht den besten Erfolg. Wer sich zu Vegetationsbeginn für eine Neuansaat entscheidet, kann auch noch Sommergerste säen. An vielen Orten ist aber nach Getreide die Drillsaat wegen der Sommertrockenheit ein Muss. Soll wegen späterer Weidenutzung breit gesät werden, ist die Ansaat nach Silomais besser, vorausgesetzt, dass bis am 20. September angesät werden kann.