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Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg
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Kohlig in den Winter

Die Familie der Kreuzblütler, zu welcher auch alle Kohle gehören, ist gross und viele ihrer Mitglieder mögen die kühlen oder sogar eisigen Temperaturen. Oft werden die Kohlgewächse unterschätzt, sind sie doch sehr vielfältig und fast für jeden Garten ist etwas Passendes dabei.

Die grossen Vertreter der Kohlfamilie

Rosenkohl Kohlig

Kohl zu ernten durch den Winter ist im Grundsatz nicht schwer, braucht aber ein bisschen Vorbereitung. Die grossen Vertreter brauchen einige Monate, um zu wachsen und müssen daher bis im Juni auf dem Beet gepflanzt sein. Als Starkzehrer brauchen sie eine ausreichende Düngung- hier gilt es auf eine ausreichende Kaliversorgung zu achten, um Lagerfähigkeit und Winterhärte zu garantieren. Ein genauer Blick bei der Sortenwahl kann helfen, die geeignete Sorte für die Verwendung zu finden.

Die Klassiker wie Rot- oder Weisskohl können bis zum ersten Frost auf dem Beet bleiben.  Für die Lagerung ist es wichtig, dass die Köpfe ausgereift sind. Beginnen die ersten Kohle desselben Satzes zu platzen, sind sie reif und können an einem frostfreien Ort bis 4 Monate gelagert werden. Es ist wichtig, so spät wie möglich zu ernten, da die Kopfkohle im kühlen Herbst den grössten Zuwachs haben. Das gilt auch für den Kopfkohl Wirz, welcher aber frostunempfindlich ist und bis im Frühling auf dem Beet stehen darf.

Auch über den Winter zu ernten sind Rosenkohl, Federkohl und deren Kreuzung "Flower Spout" oder "Kalettes". Letztere ist etwas feiner im Geschmack als Rosenkohl aber gleich zu ernten: fortlaufend die genug grossen Röschen bei frostfreiem Wetter abdrehen. Möchte man während dem Frost ernten, schlägt man die ganze Pflanze ab und lässt sie langsam auftauen, bevor man die Röschen oder Blätter vorsichtig erntet. So vermeidet man matschige Druckstellen.

Im August gesetzt überwintert der Winterblumenkohl, bevor man ihn im Mai ernten kann. Der Anbau kann etwas unkomplizierter sein als im Sommer, da der Blumenkohl im Winter etwas weniger zu Verfärbungen neigt. Gegen Schnecken, Mäuse und andere Schädlinge muss man ihn aber ganzjährig schützen.

Die kleineren Vertreter der Kohlfamilie

Hat man das Fenster für den Anbau der grossen Kohle etwas verpasst ist dies nicht weiter schlimm- in der Kohlfamilie gibt es diverse Vertreter, welche auch später noch angebaut werden können. Sowohl Kohlrabi als auch Broccoli können in warmen Spätsommertemperaturen noch wachsen vor dem ersten Frost, wenn sie im August gepflanzt wurden. Chinakohl kann ebenfalls bis im August gepflanzt werden und kann auch leichte Fröste gut überstehen, während er die Hitze viel weniger gut erträgt. Vor Starkfrösten sollte der Chinakohl aber geerntet werden und kann eingeschlagen in feuchtem Papier ein bis zwei Monate gelagert werden. Noch später können Asiasalate oder Pack-Choi ausgesät werden. Bei den Asiasalaten gibt es eine grosse Auswahl von mild bis würzig, von glatt bis gekraust und hellgrün bis dunkelrot. In dieselbe Familie gehören auch Radieschen, Rettich, Räben und die Bodenkohlraben. Diese können auch bis zum Frost geerntet werden, mit einem guten Bodenschutz sogar etwas länger.

Die Sache mit den Schädlingen

Vorweg – die grosse Kohlfamilie bringt auch eine grosse Anzahl an Krankheiten und Schädlingen mit sich. Vorsorge ist hier angebracht. Es lohnt sich, auf eine gute Fruchtfolge im Garten zu achten um Krankheiten wie die Kohlhernie zu vermeiden. Auch hilft es, keine Rüstabfälle auf dem Beet liegen zu lassen.

Direkt kann ein Insektenschutznetz helfen, welches gleich mit der Pflanzung aufs Beet kommt und mit den grösseren Kohlen mitwächst. Es schützt zum Beispiel vor dem Kohlweissling, dessen Raupen sich am Kohlbuffet laben. Die grüne Raupe ist oftmals gut getarnt im Kohl unterwegs und hinterlässt grosse Frasslöcher in den Blättern. Es lohnt sich, spätestens beim Rüsten genau hinzusehen, um unangenehme Überraschungen in der Pfanne zu vermeiden. Auch die weisse Fliege mag den Kohl, sie legen da gerne ihre Eier ab und Larven wie Adulte saugen die Pflanzen an. Zu finden sind sowohl die adulten Fliegen als auch die abgelegten Eier und Larven an der Blattunterseite eigentlich durch das ganze Jahr, bei starkem Befall können die Blätter auch absterben. Oftmals wird aber einfach der Rüstaufwand sehr gross. Gerade bei Federkohl, Rosenkohl und Wirz lohnt sich eine regelmässige Kontrolle. Auch hier kann ein Insektenschutznetz helfen und die Schonung der natürlich vorkommenden Fressfeinde wie die Larven von Schwebfliegen oder Schlupfwespen.

Bei bodennahen und feinen Blättern wie zum Beispiel Asiasalate oder Pak Choi kann der Erdfloh kleine Löcher in die Blätter fressen. Hier hilft neben einer guten Fruchtfolge auch eine Pflanzenjauche aus Beinwell oder Knoblauchbrühe. Die Blätter kann man aber auch mit Löchern noch bedenkenlos essen.

Bei den unterschiedlichen Kohlgewächse findet man für jeden Garten und Geschmack das passende Gemüse. Beachtet man Fruchtfolge und vorbeugende Massnahmen zum Pflanzenschutz, kann man ziemlich entspannt bis in den nächsten Frühling ernten.

 

Für Interessierte: 

Bauern Zeitung Artikel: Kohliges für kalte Tage

Kontaktperson

Zeindler Flurina

Leitung Schulgarten

Flurina Zeindler
062 855 86 01 flurina.zeindler@ag.ch
Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg
Liebegg 1
5722 Gränichen, CH
062 855 86 55
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