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Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg
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Erfolgreich in die Weidesaison starten

Der erste Weidegang im Frühling ist jedes Jahr für Mensch und Tier ein freudiges Ereignis. Während auf einigen Betrieben der Weidestart kurz bevorsteht, haben andere Betriebe die Weidesaison bereits eingeläutet. Damit die Umstellung von der Winter- auf die Sommerfütterung glückt, gilt es einige Punkte zu beachten.

Frühes weiden regt die Bestockung an

Um die Bestockung der hochwertigen Futtergräser anzuregen und die Bestände auf die bevorstehende Weidesaison vorzubereiten sollte die Herde bei trockenen Bedingungen schon früh auf die Weide gelassen werden. Weiter kann überständiges Futter vom vergangenen Herbst auf der Vorweide abgefressen werden.

Langsame Futterumstellung

Mit dem Weidestart geht eine Futterumstellung einher. Um negative Auswirkungen zu vermeiden, sollten die Tiere langsam an das junge, rohfaserarme und zuckerreiche Gras gewöhnt werden. Eine abrupte Umstellung führt durch die hohen Zuckergehalte im Gras zu einer Pansenübersäuerung, was wiederum negative Auswirkungen auf die Klauengesundheit (Klauenrehe) der Tiere hat. Durch die Vorlage von genügend rohfaserreichem Grundfutter wie Dürrfutter des 1. Schnitts oder Maissilage vor dem Weideaustrieb, kann diesem vorgebeugt werden. Es verhindert, dass die Tiere zu schnell zu viel junges Gras fressen, und regt durch die Strukturwirkung die Wiederkautätigkeit an.

Weidetetanie vorbeugen

Gras im ersten Aufwuchs weist im Vergleich zu den Folgeaufwüchsen tiefe Magnesiumgehalte auf, wodurch das Risiko für eine Weidetetanie steigt. Das rohfaserarme Gras führt zu einer schnelleren Passagerate, sodass das Magnesium im Gras nicht genügend aufgenommen werden kann. Hohe Kaliumgehalte im Futter führen zusätzlich zu einer schlechteren Magnesiumaufnahme, da Kalium als Antagonist von Magnesium dessen Aufnahme im Körper hemmt.

Als Gegenspieler zu Calcium ist Magnesium neben weiteren Funktionen im Stoffwechsel für das Lösen von Muskelkontraktionen zuständig. Liegt ein Mangel an Magnesium vor, können sich die Muskeln nicht mehr entspannen und es kommt zu Krämpfen. Um einer Weidetetanie vorzubeugen ist in erster Linie eine ausreichende Magnesiumversorgung der Herde wichtig. Es empfiehlt sich deshalb im Frühling einen magnesiumreichen Mineralstoff einzusetzen. Ebenso wie bei der Pansenübersäuerung sollten die Kühe vor dem Weideaustrieb mit rohfaserreichem Grundfutter gefüttert werden. Das sorgt für eine längere Passagerate.

Symptome Weidetetanie:

  • Ohrenschlagen, heftiges Blinzeln, ängstlicher Blick
  • Zittern bis lautes brüllen
  • Festliegen mit Lähmungserscheinungen

Ältere, bald schlachtreife Kälber kontrollieren

Weil sich die Pansenmikroben an die Futterumstellung anpassen müssen, kann sich die Futterverwertung der Tiere je nachdem Anfang Weidesaison reduzieren. Zur Vermeidung von Fettabzügen bei den älteren schon bald schlachtreifen Kälbern, sollte bei ihnen die Fettabdeckung häufiger kontrolliert werden.

Auch Muttertiere die Ende Winter abgekalbt hatten, sollten genauer beobachtet werden. Da deren Kälber noch nicht so viel Milch trinken, sollte die Milchleistung mit dem Weidefutter nicht zu stark ansteigen, denn bei einer zu starken Stimulation könnten Euterentzündungen die Folge sein. Zudem übertrinken sich die jungen Kälber häufig, was zu fütterungsbedingtem Durchfall führt. Entgegengewirkt werden kann dem mit einer Zufütterung von energieärmerem Heu im Stall und der Kontrolle der Euter und guter Beobachtung der Kälber.

Autorin: Flurina Monn, flurina.monn@ag.ch, 062 855 86 76

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