zur Startseite zur Hauptnavigation zum Hauptinhalt zum Kontaktformular
Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg
Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg
Zurück

Schoggi im Schweinefutter gegen Food Waste

Lebensmittel, die auf dem Weg vom Feld bis zum Teller verloren gehen oder in den Müll geworfen werden, nennt man Food Waste. In der Schweiz geht so rund ein Drittel aller Lebensmittel über die gesamte Lebensmittelkette verloren, dies entspricht einer Menge 2.8 Millionen Tonnen. Ein Teil davon entsteht bereits auf dem Feld, beim Aussortieren von Gemüse, das nicht der Norm entspricht und somit im Trog der Tiere landet. Weit höhere Mengen entstehen aber bei der Verarbeitung, im Gross- und Detailhandel, in der Gastronomie und vor allem in den Haushalten.

Lebensmittel, die nach europäischem Lebensmittelrecht produziert wurden, aber aufgrund Produktionsfehlern kleine Abweichungen in Form, Farbe oder Verpackung aufweisen, können oftmals nicht mehr verkauft werden. Anstatt dass diese Produkte im Abfall oder in der Biogasanlage landen, können sie als sogenannte Former Food Products (FFPs) in der Fütterung von Schweinen eingesetzt werden. Voraussetzung dafür ist, dass sowohl die Lebensmittelsicherheit als auch die Rückverfolgbarkeit rechtlich gesichert ist, und die FFPs keine Gesundheitsrisiken darstellen. Beispiele für FFPs, die sich für die Fütterung eignen, sind Brot, Schokolade, Teigwaren, Müesli oder süsse und salzige Snacks. Diese Produkte sind eine wertvolle Quelle für Nährstoffe wie Stärke, Zucker und Fette. Eine Studie von Agroscope hat gezeigt, dass diese FFPs bis zu 30% des Getreides in der Futterration von Schweinen ersetzen können. Alle Schweine, die während der Testphase mit 30% FFPs gefüttert wurden, wiesen eine gute Gesundheit auf. Auch die Tageszunahmen und die Fleischqualität unterschied sich nicht von den Schweinen der Kontrollgruppe, die ohne FFPs gefüttert wurden.

Der Einsatz von FFPs birgt ein grosses Potenzial, da in Europa jährlich 5 Millionen Tonnen dieser Produkte anfallen. Bisher haben sich etwa 100 Firmen auf die Umwandlung von FFPs in Tierfutter spezialisiert. Wenn nur schon 3,5 Millionen Tonnen davon als Tierfutter eingesetzt würden, könnte dies zu einer Einsparung von rund 350'000 Hektaren Futterweizen führen. Dies würde nicht nur Ressourcen schonen, sondern auch zu einer verbesserten Umweltbilanz der Lebensmittelproduktion führen.

Sandmeier Esther

Tierhaltung

Esther Sandmeier
062 855 86 59 esther.sandmeier@ag.ch
Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg
Liebegg 1
5722 Gränichen, CH
062 855 86 55
info@liebegg.ch