Atemwegserkrankungen haben im Jahr 2025 viele Stallbetreiber/innen beschäftigt. Die grösstenteils schlechten Erntebedingungen im Sommer 2024 führten vielerorts zu mässiger bis schlechter Raufutterqualität mit hohen Pilzbelastungen und herausfordernder Nährstoffzusammensetzung. Die Folgen wurden im Winter 2024/2025 sicht- und hörbar. Viele Pferde hatten Husten und viele Pferdehalter/innen haben sich ein Heubedampfungsgerät oder ein Inhaliergerät angeschafft. Pferde, die sonst dick waren, waren nun erfreulicherweise top in Form. Pferde, die sonst gut in Form waren, waren nun zu mager.
Folgt nun das Jahr der übergewichtigen Pferde?
Nach diesen Strapazen durfte man sich im Sommer 2025 über eine mehrheitlich sehr gute Raufutterernte freuen. Die teilweise sehr hohen Energie-, resp. Zuckergehalte können eine Herausforderung für die Rationengestaltung sein. Deshalb ist es wichtig, die Pferde und deren Körperkondition gut zu beobachten, um Gewichtszunahmen frühzeitig zu bemerken. Übergewicht kann ernstzunehmende gesundheitliche Folgen wie Equines Metabolisches Syndrom (EMS) oder Hufrehe haben.
Tipps zur Gewichtsregulierung
Sollen Pferde abnehmen, dann muss dies langsam geschehen (max. 200 g pro Tag / 6 kg pro Monat). Verlieren Pferde zu schnell zu viel Gewicht, dann besteht das Risiko einer sogenannten Hyperlipämie, welche häufig tödlich endet. Bei schnellem Körperfettabbau kommt es zu einer drastischen Erhöhung der Triglyceride im Blut (=Hyperlipämie). Als Folge dieser Stoffwechselentgleisung verfettet die Leber, wodurch es zum Leberversagen kommen kann.
Folgende Massnahmen und Tipps unterstützen die gesunde Gewichtsabnahme:
- Energiezufuhr reduzieren
- Heu mit tiefem Energiegehalt wählen
- Heu ev. wässern, um Zuckergehalt zu senken
- Kraftfutter weglassen
- Weidegang limitieren, ev. Fressbremse einsetzen
- Stroh beimischen, bis max. 30 % der Tagesration
- Magen gesund halten
- Genügend Rohfasern füttern, mind. 2 % des Zielgewichts
- Keine Fresspausen über 4 Stunden
- Mit Slow Feeding Systemen wie bspw. Heunetzen (Maschenweite < 30 mm) die Futteraufnahme verlangsamen und so die Fresszeit verlängern
- Äste zur Beschäftigung anbieten
- Bedarf decken
- Proteinversorgung sicherstellen, bspw. mit Luzernegrünmehlpellets
- Mineralstoff- und Vitaminversorgung mit vitaminisiertem Mineralfutter und Salzleckstein sicherstellen
- Tägliche Bewegung, um Insulinentgleisung zu verhindern und Kalorien zu verbrennen