Agrarpaket 2023 - Detailinformationen sind seitens Bund teilweise noch ausstehend. Daher wird diese Seite laufend aktualisiert.

Der Bundesrat hat das erste Verordnungspaket für sauberes Trinkwasser und eine nachhaltigere Landwirtschaft verabschiedet. Damit wird ein erster Teil der parlamentarischen Initiative 19.475 «Das Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» umgesetzt. Ziel der neuen Bestimmung ist, dass die Umwelt besser vor den Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln und Nährstoffüberschüssen geschützt wird. Das Inkrafttreten ist ab Januar 2023 vorgesehen. Das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg informiert Sie laufend.

Aktuelle Informationsveranstaltungen

Man kann sich bereits für die neuen Programme im Rahmen der Umsetzung des Verordnungspakets für sauberes Trinkwasser und eine nachhaltigere Landwirtschaft anmelden. Die fünf Infoveranstaltungen sind vorbei. Die gut besuchten Anlässe zeigen den hohen Informationsbedarf der Landwirtinnen und Landwirte bezüglich der Umsetzung des Verordnungspakets. Die Ausführungen der Referenten bieten eine gute Gesamtübersicht und helfen dabei, einen Überblick über die neuen und umfangreichen Änderungen zu erhalten.

Aufgrund zahlreicher Anfragen zu den neuen Direktzahlungsprogrammen 2023 wird die Anmeldefrist für den ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) und die neuen Direktzahlungsprogramme 2023 bis Donnerstag, 15. September 2022 verlängert.

 

  • Für Ihre Nachbereitung finden Sie hier die Unterlagen der Veranstaltungen.
  • Eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier.

Wichtige Termine

AgrideaBild

Beachten Sie die Termine im ÖLN (gelb dargestellt), diese sind zwingend umzusetzen. Die grün dargestellten DZ-Programme sind freiwillig, die Termine bei einer Teilnahme jedoch verbindlich.

Was ist neu im ÖLN?

  • Streichung Fehlerbereich Suisse-Bilanz
  • Gezielte Auswahl und Anwendung der Pflanzenschutzmittel
  • Verminderung von Abdrift und Abschwemmung von Pflanzenschutzmittel

 

Übersicht Änderungen Direktzahlungen & ÖLN

Produktionssystembeiträge Ackerbau

Wichtige einzuhaltende Termine im Zusammenhang mit dem Start der PSB:

  • Schonende Bodenbearbeitung: ab Ernte Vorkultur Sommer 2022
  • Herbizid-Verzicht: ab Ernte Vorkultur Sommer 2022
  • PSM-Verzicht: ab Aussaat Sommer/Herbst 2022 (Raps!)
  • Angemessene Bodenbedeckung: ab 1. Januar 2023
FAQ längere Nutzungsdauer

Muss ich für den Beitrag längere Nutzungsdauer zusätzliche Daten erheben?
Nein, die Daten werden automatisch aus der Tierverkehrsdatenbank erhoben.

 

Ist eine manuelle Anmeldung für den Beitrag längere Nutzungsdauer nötig?
Nein, alle Aargauer Rindviehbetriebe werden automatisch für diesen Beitrag angemeldet.

 

Zählen Totgeburten oder Frühgeburten ebenfalls als Abkalbung?
Nein.

FAQ RAUS Standard und Weidebeitrag

Ab wann ist die Einschreibung für den Raus Weidebeitrag im AgriPortal möglich?

Die Einschreibung muss im Kanton Aargau bereits bis Ende August 2022 für das Jahr 2023 vorgenommen werden.

 

Ist es möglich während dem Jahr vom RAUS Weidebeitrag auf RAUS Standard umzumelden?

Nein, es ist nicht möglich unter dem Jahr eine Ummeldung auf RAUS Standard umzumelden.

 

Gibt es für andere Tiergattungen (Schafe, Ziegen, etc.) auch RAUS Weidebeiträge?

Nein, die Weidebeiträge können nur für Rinder und Wasserbüffel gelten gemacht werden.

 

Wie wird die TS-Aufnahme der Kühe im RAUS Weidebeitrag berechnet?

Die Vollzugshilfen sind aktuell noch nicht formuliert. Aktuell muss mit beweidbaren Flächen von 20-25 Aren pro Milchkuh und 15-20 Aren pro Mutterkuh gerechnet werden. Das Ertragspotenzial einer Weide muss im Jahreszyklus berücksichtig werden, was zur Folge hat, dass in den Spätsommermonaten mehr Weidefläche benötigt wird. Das Excel-Tool vom BLW dient als Hilfsmittel für die benötigte Weidefläche zu eruieren.

 

Sind Portionen- und Umtriebsweiden im RAUS Standard möglich?

  • Ja, von Mai bis Oktober müssen pro GVE mindestens 4 Aren eingezäunt sein. Diese Fläche muss aber nicht vollumfänglich genutzt werden.
  • Am Beispiel der Liebegger Milchviehherde verdeutlicht: 30 Milchkühe im RAUS Weidebeitrag

30 x 4 Aren= 1.2ha erforderlich eingezäunte Weide –> davon werden am Kontrolltag aber beispielweise nur 30 Aren beweidet. In regelmässigen Abständen werden die verbleibenden 90 Aren sukzessive dazugegeben.

FAQ BFF auf Ackerfläche

FAQ zu den 3.5 % Biodiversitätsförderflächen im Ackerbau

- Was gilt ab 2024?

Ab 2024 müssen Landwirtschaftsbetriebe mit > 3 ha offener Ackerfläche insgesamt 3.5 % ihrer Ackerflächen als Biodiversitätsförderflächen bewirtschaften. Siehe auch: Welche BFF-Typen sind anrechenbar?

- Wie werden die 3.5 % berechnet?

Alle im Flächenverzeichnis aufgeführten Ackerflächen (auch die Kunstwiesen) werden summiert und davon 3.5 % berechnet. Die Neuberechnung erfolgt jährlich.

- Welche BFF-Typen sind anrechenbar?

Für die 3.5 % sind folgende Acker-BFF anrechenbar (es spielt keine Rolle, ob diese bestehend oder neu sind):

  • Nützlingsstreifen
    Standzeit: mind. 100 Tage, mehrjährige Mischungen bis 4 Jahre
    Streifenbreite: max. 6 m breit, Länge und Anzahl Streifen unbeschränkt
  • Saum auf Ackerfläche
    Standzeit: unbeschränkt
    Streifenbreite: im Mittel über die Feldlänge nicht mehr als 12 m breit
  • Buntbrache
    Standzeit: 2-8 Jahre
  • Rotationsbrache
    Standzeit: 1-3 Jahre
  • Ackerschonstreifen
    Standzeit: Zwei aufeinanderfolgende Jahre am selben Standort integriert in eine der folgenden Hauptkulturen: Getreide, Raps, Sonnenblumen, Eiweisserbsen, Ackerbohnen, Soja oder Lein
  • Getreide in weiter Reihe
    Von den erforderlichen 3.5 % BFF auf Ackerfläche kann max. die Hälfte mit Getreide in weiter Reihe erfüllt werden. (z.B. 12 ha Ackerfläche à 42 a Acker-BFF: davon können max. 21 a Getreide in weiter Saat angerechnet werden. Für die gezielte Artenförderung empfiehlt sich, die Massnahme im Feldhasen- oder Feldlerchenförderperimeter umzusetzen. Dort können im Rahmen einer Labiola-Vereinbarung zudem Vernetzungsbeiträge angemeldet werden.
  • Regionsspezifische Acker-BFF

Für diese Elemente ist eine Labiola-Vereinbarungen Biodiversität erforderlich.

  • Acker mit wertvoller Begleitflora
  • Brutstandort im Ackerland für Kiebitz

Die Anforderungen sind in der Wegleitung Biodiversitätsförderung der Agridea beschrieben. Hinweis: Die Flächenbeschränkung für Nützlingsstreifen (max. 50 a) fällt ab 2023 weg.

 

- Welche Mischungen gibt es?

Für Nützlingsstreifen, Brachen und Saum auf Ackerfläche sind verschiedene Standard-Mischungen im Handel. Die Kataloge und Webseiten der Samenhändler bieten dazu gute Übersichten. Für Brachen und Säume, die in einen Bewirtschaftungsvertrag Labiola aufgenommen werden sollen, bestellen Sie die Saatmischung über Ihre Beratungsperson beim Büro Agrofutura.

 

- Kann ich eine neu angelegte Acker-BFF in die Labiola Bewirtschaftungs-vereinbarung Biodiversität integrieren?

Sie können die Aufnahme in die bestehende Bewirtschaftungsvereinbarung bei der zuständigen Beratungsperson des Büros Agrofutura AG beantragen. Im Rahmen der neu eingeführten ÖLN-Anforderung (3,5% Acker-BFF) ist diese Ergänzungsmutation für Sie kostenlos.

 

- Wie müssen Nützlingsstreifen angemeldet werden?

Aktivieren Sie bei der Anmeldung der Direktzahlungen den Beitrag «Funktionale Biodiversität in Form eines Beitrags für Nützlingsstreifen». Weil Nützlingsstreifen mit Produktionssystembeiträgen abgegolten werden, ist die Anmeldung dieser Beitragsart erforderlich.

 

- Sind extensive Wiesen, extensive Weiden, Uferwiesen und Hecken auch anrechenbar?

Für die 3.5 % BFF auf Ackerland sind diese Flächentypen nicht anrechenbar. Sie bleiben jedoch anrechenbar für die gesamtbetrieblich notwendigen 7 % Biodiversitätsförderflächen.

LWAG setzt sich aktuell beim BLW dafür ein, dass bestehende Wiesen, Weiden und Hecken der Qualitätsstufe II ebenfalls angerechnet werden können, sofern sie sich im Ackerbaugebiet befinden. Der Entscheid des BLW ist noch ausstehend.

 

- Darf bestehendes Dauergrünland in Acker-BFF umgewandelt werden?

Der Umbruch von Dauergrünland zwecks Anlage einer Acker-BFF ist grundsätzlich möglich. Sinnvoll ist dies nur, wenn das Dauergrünland an eine Ackerfläche angrenzt.

Für Fragen zum Umbruch von Wiesen mit Bewirtschaftungsvereinbarung Labiola kontaktieren Sie bitte Ihre Beratungsperson beim Büro Agrofutura.

Die Programmleitung Labiola prüft, ob im Rahmen der Bewirtschaftungsvereinbarungen der Umbruch von Labiola-Wiesen und die anschliessende Anlage einer Acker-BFF bewilligt werden kann, sofern sich die Fläche im Ackerbaugebiet befindet. Der Entscheid ist noch ausstehend.

Beachten Sie zudem folgende Hinweise:

Extensiv genutzte Wiesen müssen mind. 8 Jahre stehen. Bei QI-Wiesen verlängert sich die Verpflichtungsdauer dann jeweils um 1 Jahr. Bei QII-Wiesen beginnt jeweils eine neue 8jährige Verpflichtungsdauer (sofern das QII-Attest erneuert wurde). Bei erfüllter Verpflichtungsdauer darf eine extensiv genutzte Wiese ab 15. September des letzten Verpflichtungsjahres umgebrochen werden.

Nach dem Umbruch von Dauergrünland dürfen folgende Acker-BFF angelegt werden: Nützlingsstreifen, Getreide in weitere Reihe, Ackerschonstreifen

Für die übrigen Acker-BFF gilt: Die Anlage ist nur auf der Ackerfläche möglich. D.h. die vorangehende Hauptkultur muss eine Ackerkultur gewesen sein.

Rotationsbrachen dürfen als einzige Acker-BFF nicht direkt nach Kunstwiese angelegt werden. Bei Buntbrachen ist dies zulässig, jedoch nicht empfehlenswert.

 

- Was ist bei der Standortwahl zu beachten?

Ideal sind sonnige, trockene Standorte mit eher flachgründi­gen Böden. Für schlecht abtrocknende Standorte eignet sich der Saum auf Ackerflä­che in der Mischungsvariante feucht.

Entlang von Spazierwegen oder Siedlungsrändern sind die farbenfrohen Nützlingsstreifen eine gute Wahl. Bunt- und Rotationsbra­chen sowie Säume sollten hingegen abseits von Wegen und Siedlungen angelegt werden, damit Hasen und bodenbrüten­de Vögel nicht gestört werden.

Ungeeignet sind:

  • schattige Standorte
  • Parzellen mit Problemunkräutern
  • Stirnseiten von Ackerflächen (Anhaupt)
  • Parzellen, die nicht im Ackerbaugebiet liegen

 

- Was tun bei hohem Unkrautdruck?

Wer generell mit hohem Unkrautdruck oder Neophyten zu kämpfen hat, wählt einjährige Nützlingsstreifen oder den Saum auf Ackerfläche, der dauerhaft angelegt wird und mit der Zeit einen dichten Bestand bildet. Auf Parzellen mit starkem Hirseaufkommen sind Herbstsaaten zu bevorzugen. Nach dem Umbruch von Acker-BFF eignet sich Kunstwiese als Folgekultur am besten, gut möglich sind auch Mais oder Getreide.

Änderungen Pflanzenschutz

FAQ (Fragen und Antworten)

Häufig gestellte Fragen und Antworten zu den Themen (Bereitstellung durch Bundesamt für Landwirtschaft): ÖLN, Biodiversität, Produktionssystembeiträge

Distel Andreas Liebegg

Andi Distel