Ackerbau

Ackerbautag 2020

Rückblick Liebegger Ackerbautag 2020 auf dem Betrieb Urs und Simon Häfeli, Fornholz, Seon

Der diesjährige Ackerbautag ist bereits wieder Geschichte. Aufgrund der Corona-Situation stand die Durchführung zwar längere Zeit auf wackligen Beinen, schlussendlich aber konnte der Anlass am letzten Freitag unter Einhaltung der aktuellen Vorschriften erfolgreich durchgeführt werden.

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Silomaisernte

Die unteren zwei, drei Blätter beginnen braun zu werden und in der Kolbenmitte sind die Körner nur noch am Ansatz ein wenig feucht: Ein untrügliches Zeichen für die Silomaisreife, die Ernte beginnt. Wer den TS-Gehalt genauer bestimmen möchte, kann ein gehäckseltes Maismuster in einer Grastrocknungsanlage untersuchen lassen. Ziel ist, einen TS-Gehalt im Bereich von 32-35% zu erreichen, das gute Wetter und die Befahrbarkeit der Böden zu nutzen. Um Nacherwärmungen vorzubeugen, zahlt es sich aus, bis zur Entnahme die bewährte Wartefrist von vier bis acht Wochen einzuhalten. Dies gilt insbesondere bei warmem Wetter und früh siliertem Silomais. In kritischen Fällen lohnt sich der Einsatz von Siliermitteln: Z.B. bei zu trockener Maissilage, zu geringer Entnahmemenge oder der Verfütterung von Maissilage im Sommer.

Untersaat früh üppig nah blühend

Sonnenblumen in Begleitung

Sonnenblumen sind eine der Hackfrüchte schlechthin. Ein dreijähriger Versuch der Liebegg soll nun zeigen, ob eine mechanische Unkrautregulierung ohne finanzielle Einbussen möglich ist und was Untersaaten, die entweder gleichzeitig mit den Sonnenblumen oder nach einer mechanischen Unkrautregulierung gesät werden, bringen.

Flurbegehungsprogramm 2020

Flurbegehungsprogramm 2020

Sämtliche Präsenzveranstaltungen des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg (Weiterbildungskurse, Arbeitskreise, Flurbegehungen etc.) werden aufgrund des Corona-Virus und des Bundesratsentscheids bis zum 07. Juni 2020 ausgesetzt.

Ebenfalls abgesagt wurden die Feldtage in Kölliken.

 

Maissaat homepage

Maissaat möglichst wassersparend durchführen

Der Frühling startete in diesem Jahr sehr früh. Nach einer kühlen 14-tägigen Phase Ende März bis Anfang April, mit zum Teil starken Nachtfrösten, herrscht seit 10 Tagen sehr warmes Wetter. Ab circa dem 6. April stiegen die Bodentemperaturen (in den obersten 10 cm) auf über 10 ° C an. Seither fiel die Bodentemperatur nie mehr unter diesen Wert. Der erste Mais wurde auch bereits gesät. Dauerhafte Bodentemperaturen über 10 ° C erlauben eine zügige Keimung des Maissämlings. Was jetzt für ein zügiges Auflaufen fehlt, ist genügend Bodenfeuchtigkeit.

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Umgang mit Hof- und Recyclingdüngern während der Vegetationsruhe gemäss Merkblatt 2014

Nach wie vor herrscht im Aargau Vegetationsruhe, auch wenn bis Mitte Januar einzelne wärmere Tage zu verzeichnen waren. Als Vegetationsruhe ist definiert, wenn während fünf aufeinanderfolgenden Tagen die Tagesmitteltemperatur unter 5°C liegt. Die Vegetationsruhe endet nach einer Phase von sieben aufeinanderfolgenden Tagen, während der je Tagesmitteltemperaturen von mindestens 5°C gemessen worden sind.

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Weizen Fungizidversuch Abschlussbericht

Wie viele Fungizide lohnen sich im Weizenanbau? Ein, zwei oder drei Fungizidbehandlungen? Oder fahre ich doch besser im Extenso? Antworten dazu liefert der nun abgeschlossene Fungizidversuch des Forum Ackerbau. Fazit ist: "So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich". Das beobachten des Befallsdruckes im Bestand ist entscheidend. So kann man als Weizenproduzent Geld einsparen, wenn man keine Fungizide einsetzt die gar nicht nötig waren oder Geldverluste vermeiden, indem man grosse Ertragsverlust vermindert wenn man im richtigen Moment das passende Fungizid einsetzt.

Mais Bohnen Versuch

Mais-Bohnen Versuch Abschlussbericht

In den Jahren 2017 - 2019 legte das Forum Ackerbau an verschiedenen Standorten Streifenversuche mit Mais-Bohnen-Gemenge an. Die Bohnen nutzen die Maispflanzen als Stütze und steigern den Proteingehalt in der Maissilage. Dank Sorten mit tiefem Phasingehalt kann die Mais-Bohnen-Silage bedenkenlos an Rindvieh verfüttert werden. Die Versuche zeigten, dass das System durchaus praxistauglich ist, dass aber mit einem gewissen Ertragsrückgang gerechnet werden muss. 


Futterbau

Übersaat

Hochsaison für Übersaaten

Spätsommer und Frühherbst bieten beste Gelegenheit zur Übersaat in mangelhaften Wiesen. Wo Mäuse-, Spur- und Trittschäden zu offenen Lücken führen, die Pflanzenbestände zu wenig trockenheitsresistent oder weidetauglich sind, lohnt sich das Einbringen von Samen passender Futterpflanzen. Sorgen wir vor für magere, trockene Jahre – und übersäen die Bestände im Jahr voller Heustöcke! Hier ein paar Tipps.

Problempflanzen Neuansaaten

In Neuligen Blackensämlinge bekämpfen

Die frühzeitige Bekämpfung der Blackensämlinge erspart viel Zeit und Ärger. Ein Kontrollgang ist angesagt, wenn der Klee drei dreiteilige Blätter aufweist. Hat es nur wenig Blackensämlinge, lassen sich diese leicht ausstechen. Sind aber viele vorhanden, lohnt sich für ÖLN-Betriebe eine Flächenbehandlung im ersten Aufwuchs, sobald der Klee drei echte Blätter hat. Geeignete Mittel mit Angabe von Dosierung, Preis, Einsatzzeitpunkt und Kulturverträglichkeit finden sich auf dem Merkblatt Problempflanzen des Grünlands (Seite 3).

Herbstbehandlung Blacken

Herbstbehandlung von Blacken wirkt am besten

Die chemische Bekämpfung der Blacken erfolgt insbesondere bei der Flächenbehandlung im Frühling und Herbst, wenn die Blacken starke Rosetten bilden. Die Herbstbehandlung gibt nicht nur weniger Ertragausfall, sie ist auch wirksamer. Das Herbizid wird besser in die Wurzeln transportiert und es werden gleichzeitig über den Sommer gekeimte Blackensämlinge erfasst. Zu dieser Jahreszeit gibt es auch keine Schwierigkeiten mit dem Bienenflug wie im Frühling während der Löwenzahnblüte. Zudem lässt sich im Herbst mit Harmony SX der Scharfe Hahnenfuss gleichzeitig mit den Blacken bekämpfen. Flächenbehandlungen unterdrücken die Blacken zwar nur vorübergehend, verschaffen aber Zeit für die wirksamere Einzelstockbekämpfung. Achtung: Allfällige Blackenständer versamen, wenn sie nicht eingesammelt werden.

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Borstenhirse verliert Keimfähigkeit in Silage

Die Ausbreitung der gefürchteten graugrünen Borstenhirse schreitet voran. Nachdem diesem Ungras der trocken-heisse Sommer 2018 Tür und Tor geöffnet hat, gilt es, die weitere Verschleppung und die Keimung auf bereits verseuchten Böden zu verhindern. Denn die harten Samen und Stängel von geemdeter Borstenhirse verletzen Mund- und Rachenraum des Viehs, mindern den Verzehr und führen zu Abgängen.

Häufig schleicht sie sich vom Strassenrand herkommend unbemerkt in lückige, intensiv und tief geschnittene Wiesen ein. Im Sommer fällt sie auf mit ihren gelbrot leuchtenden Borsten. Auch durch noch so häufigen Schnitt kann sie nicht daran gehindert werden, unerhört viele Samen zu produzieren, bevor sie mit dem ersten Frühfrost verschwindet. Aus dem so angelegten Samendepot keimen beim sommerlichen Wetter wieder neue Pflanzen.

Um die Keimung zu unterbinden, ist besonders auf sonnseitig gelegenen, flachgründigen Parzellen darauf zu achten, dass bei beginnendem Befall Einzelpflanzen gejätet und entsorgt, lückige Bestände saniert und Wiesen nicht unter sechs Zentimetern geschnitten werden. Bestände mit viel Borstenhirse werden am besten siliert, da sie so die Keimfähigkeit verlieren.

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Italienisch-Raigras nicht wahllos versamen lassen

In Naturwiesen zur Schnittnutzung muss das Italienische Raigras regelmässig versamen können. Auf Weiden hingegen ist dieses Futtergras unerwünscht, da es nicht trittfest ist und seine stängelreichen Sommeraufwüchse schlecht gefressen werden. Unternimmt man nichts, entstehen immer mehr Weidereste, in denen sich das Italienische Raigras vermehrt und Mäuse Unterschlupf finden. Hier ein paar Tipps, um dies zu vehindern und nötigenfalls lückige Weiden und Mähweiden zu sanieren.
 

Säkombination Kunstwiesenansaat

Tipps für die Anlage von Kunstwiesen nach Gerste

Der Anbau von Kunstwiesen nach Gerste hat Tradition. Dass man diese trotz zunehmender Sommertrockenheit erfolgreich anlegen kann, braucht eine passende Anbautechnik und etwas Fingerspitzengefühl. Dank der niederschlagsreichen und hagelfreien Witterung der vergangenen Wochen kann eine baldige Ansaat nach der Ernte vom Wasservorrat des Bodens profitieren.

Weide säubern

Weiden säubern – falls nötig

Weideresten führen zu empfindlichen Futterverlusten und verschlechtern den Bestand. Wo der wüchsige Mai zu überständigem Futter geführt hat, gibt das schöne Wetter Gelegenheit, den Kühen das Futter vorzumähen oder dieses zu konservieren. So lassen sich Weideverluste und die Versamung unerwünschter Pflanzen verhindern.

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Vorzeitiger Schnitt gegen Hirtentäschchen, Scharfen Hahnenfuss und Co.

Die derzeitige Schönwetterperiode ermöglicht einen rechtzeitigen Konservierungsschnitt auf verunkrauteten Wiesen. Mit einem solchen kann die Versamung des Scharfen Hahnenfusses, der Sauerampfer oder des aktuell stark vertretenen Hirtentäschchens verhindert werden.

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Wichtiges Zeitfenster für Unkrautbekämpfung nutzen

Ob chemisch oder mechanisch, jetzt können Unkräuter wie die Blacke, der Scharfe Hahnenfuss und die Herbstzeitlose gut bekämpft werden. Gewusst wie…

 

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Übersäten Wiesen Licht verschaffen

Die keimenden Jungpflanzen auf übersäten Wiesen brauchen Bodenkontakt und Licht. Die schonende Überweidung oder ein frühzeitiger Schnitt verhelfen dazu.

Merkblatt: Tipps für erfolgreiche Übersaaten

Frühlingsweide

Die Frühlingsweide hat es in sich - profitiere davon, wer kann!

Während keiner Jahreszeit ist der Gehalt der Gräser so hoch und die Wirkung des Tritts auf die Bestockung und Rasenbildung so gut wie im Frühling. Wer seine Tiere schon kurz nach Vegetationsbeginn auf die Weide lässt, ermöglicht ihnen nicht nur Freudensprünge, sondern eine optimale Übergangsfütterung von der Winter- zur Sommerration und staffelt den Futterwuchs. Allmählich wird die anfängliche Weidedauer von ein bis zwei Stunden ausgedehnt und die zu Beginn grossflächige Beweidung auf die normale Koppelgrösse beschränkt. Ob es am aktuellen Weidemanagement etwas zu verbessern gibt? Wer sich dazu seine Gedanken macht und sich mit andern austauscht, profitiert.


Biodiversität/Landschaftsqualität

Pflegeeinsatz BFF App

Pflegeeinsätze auf Biodiversitätsförderflächen organisieren

Um freiwillige Helferinnen und Helfer zu finden, eignet sich die kostenlose App «Five up». Damit lässt sich in wenigen Schritten ein Arbeitseinsatz ausschreiben. Die Anmeldung der Freiwilligen erfolgt ebenfalls über die App. Die Unfallversicherung ist Sache der Teilnehmer.

Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Aargau haben auch die Möglichkeit, Arbeitseinsätze für Asylsuchende anzubieten. Die Ausschreibung erfolgt online über das kantonale Portal Beschäftigung. Das einmalige Ausfüllen des Gesuchs dauert ca. eine Stunde. Ist das Gesuch einmal bewilligt, können unbeschränkt Einsätze durchgeführt werden. Die Teilnehmenden sind über den kantonalen Sozialdienst gegen Unfälle versichert.

 

 

Diese Fragen helfen beim Vorbereiten des Einsatzes:

  • Welche Pflegearbeiten sollen ausgeführt werden?
  • Wie viele Personen benötige ich?
  • Welches Material stelle ich zur Verfügung, welche Ausrüstung müssen die Helfer mitbringen?
  • Auf welche Regeln lege ich Wert? Welche Instruktionen gebe ich?
  • Welche Verpflegungs- und Hygienemöglichkeiten biete ich an?

Das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg ist interessiert an Ihren Erfahrungen mit Freiwilligen-Einsätzen auf Biodiversitätsförderflächen.
Kontakt: Niklaus Trottmann, 062 855 86 54, niklaus.trottmann@ag.ch

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Problempflanzen auf Biodiversitätsförderflächen bekämpfen

Damit Problemunkräuter in Biodiversitätsförderflächen nicht versamen können, müssen sie rechtzeitig bekämpft werden. An erster Stelle steht die mechanische Bekämpfung. Ist diese mit angemessenem Aufwand nicht möglich, dürfen bewilligte Herbizide zur Einzelstock- oder Nesterbehandlung eingesetzt werden. In der Übersichtstabelle des BLW sind die bewilligten Wirkstoffe für jede Biodiversitätsförderfläche ersichtlich.

Bekämpfung Einjähriges Berufkraut

Mechanische Bekämpfung: Pflanzen einzeln ausreissen oder ausstechen (ideal bei feuchtem Boden); bei grossen Vorkommen auf Wiesen und Weiden am Rand ausreissen, innen mähen (mehrmals, alle 2 Monate).

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF: keine

Bekämpfung Acker-Kratzdistel

Mechanische Bekämpfung: Um das Versamen und eine Ausdehnung der Nester zu unterbinden, die Blütenköpfe vor der Vollblüte und idealerweise vor Regen tief abschneiden und entsorgen. Das Niederschlagswasser fördert die Verpilzung und schwächt die Pflanze. Die Massnahme im Herbst wiederholen.

Chemische Bekämpfung: Einzelstock- oder Nesterbehandlung bei wüchsigem Wetter, wenn die Pflanzen mindestens 30 bis 40 cm hoch sind bis spätestens zu Beginn der Blütenknospenbildung; Nachbehandlung im Herbst notwendig.

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF*: Clopyralid (Mittel Lontrel oder Clio, Alopex) mit Ölzusatz, Wirkstoffkombination Triclopyr und Clopyralid (Mittel Picobello), Wirkstoffkombination Fluroxypyr und Aminopyralid (Mittel Simplex), Wirkstoffkombination Triclopyr und Fluroxypyr (Mittel Carlon 2000)

* Extensiv genutzte Wiesen und Weiden, Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche, Krautsäume entlang von Hecken

Bekämpfung Blacke

Mechanische Bekämpfung: Bei Blacken mit bereits entwickelten Blütenanlagen ist das Ausstechen die einzige Bekämpfungsmöglichkeit. Bei Zeitmangel als Notlösung die Samenständer abschneiden.

Chemische Bekämpfung: Einzelstockbehandlungen sind bis zur Bildung der Blütenanlage wirksam.

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF*: Metsulfuronmethyl (Mittel Ally Tabs), Wirkstoffkombination Triclopyr und Clopyralid (Mittel Picobello), Glyphosate, Wirkstoffkombination Fluroxypyr und Aminopyralid (Mittel Simplex), Wirkstoffkombination Triclopyr und Fluroxypyr (Mittel Carlon 2000)

* Extensiv genutzte Wiesen und Weiden, Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche, Krautsäume entlang von Hecken

Bekämpfung Winde

Mechanische Bekämpfung: Die Mechanische Bekämpfung ist wenig erfolgsversprechend.

Chemische Bekämpfung: Herbizidbehandlung im Frühjahr vornehmen, sobald genügend Blattmasse vorhanden ist.

Bewilligter Wirkstoff auf BFF*: Glyphosate

* Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche

Bekämpfung Quecke

Mechanische Bekämpfung: Die Mechanische Bekämpfung ist wenig erfolgsversprechend.

Chemische Bekämpfung: Herbizidbehandlung auf die 15 - 25 cm hohen Triebe vornehmen.

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF*: Cycloxydim (Mittel Focus Ultra), Fluazifop-butyl (Gräsermittel Fusilade Max), Haloxyfop (Mittel Gallant 535), Mittel Quizalofop (Targa Super), Glyphosate

* Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche