Ackerbau

Spatenprobe quer

Spatenprobe – wie geht es meinem Boden? Jetzt oder während der Saison

Die wichtigste Grundlage in der landwirtschaftlichen Produktion ist der Boden. In den nächsten Tagen und Wochen bietet sich bei wärmeren Temperaturen die Gelegenheit, den Boden und dessen Qualität genauer zu beurteilen. Es gibt fünf einfache Methoden, die Rückschlüsse auf die Gesundheit des Bodens zulassen.

Unterschiedliche Pflanzenentwicklung Raps2021

Rapsdüngung planen

Nach einem Januar mit sehr viel Niederschlägen und einem Wärmeeinbruch Ende Januar herrschen seit dem 10. Februar wieder winterliche Temperaturen. Sobald die Temperaturen über mehrere Tage wieder deutlich steigen, wird die Vegetation in Gang kommen. Raps ist diejenige Ackerkultur, die im Frühling am Schnellsten zu wachsen beginnt. Es ist deshalb Zeit, sich über die bevorstehende Rapsdüngung Gedanken zu machen. 

Maisfeld

Auswertung Maissortenversuche und Änderungen Maissortenliste

Unter folgenden Links finden Sie die ein- und zweijährigen Auswertungen (2020 bzw. 2019-20) der offiziellen Maissortenversuche von Agroscope (Silomais 2020, Silomais 2019-20, Körnermais 2020, Körnermais 2019-20). Diese Resultate wurden im Rahmen des von der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope koordinierten Versuchsnetzes erarbeitet.

Änderungen der Maissortenliste 2021, die im Rahmen der Sitzung der Technischen Kommission (TK) von swiss granum im Dezember 2020 beschlossenen wurden:

Folgende Sorten (insgesamt 13) wurden neu auf die Liste der empfohlenen Sorten für den Anbau nördlich der Alpen aufgenommen:

Körnermais: ES Katamaran, Dentrico KWS (mittelfrühe Reifegruppe), SY Impluse, SY Fregat, P8834, LG 31272 (mittelspäte Reifegruppe)

Silomais: KWS Odorico (frühe Reifegruppe), LG 31245, LG 31272 (mittelfrühe Reifegruppe), SY Enermax, SY Impulse, P8834, LG 31280, KWS Shako, P9363 (mittelspäte Reifegruppe), LG 31479 (späte Reifegruppe)

Folgende Sorten (insgesamt 16) sind von der Liste gestrichen worden:

Körnermais: P8521, LG 30222, ES Metronom, ES Albatros, DKC 3441, Toutati CS, Amaveritas, Sixxtus

Silomais: KWS Colonnada, DKC 3333, LG 30222, Cranberri CS, Bernardino KWS, LG 30215, ES Albatros, ES Metronom, SY Collosseum, Indexx, LG 30306

Die neue Sortenliste (ohne Text) ist bereits bei swiss granum unter http://www.swissgranum.ch/sortenlisten abrufbar.
Die vollständige Sortenliste inklusive Begleittext wird voraussichtlich Mitte Januar 2021 auf dem Internet unter https://www.agroscope.admin.ch/agroscope/de/home/themen/pflanzenbau/ackerbau/kulturarten/mais/listes-varietales-mais.html und bei swiss granum aufgeschaltet.

Versuchsbericht 2020

Versuchsbericht 2020

Ein wiederum spannendes Pflanzenbaujahr mit einem trockenen Frühling und überraschend guten Erträgen bei fast allen Kulturen neigt sich dem Ende zu. Der Versuchsbericht des Forum Ackerbau gibt ihnen einen spannenden Einblick in die Versuchstätigkeit des Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg. Ein grosser Vorteil unserer Resultate ist, dass sie mehrjährig und breit abgestützt sind. Das heisst, wir koordinieren unsere Versuche mit anderen Landwirtschaftlichen Zentren, der Forschungsanstalt Agroscope und mit weiteren Partnern.

Wir freuen uns bereits jetzt, ihnen im nächsten Frühling die Resultate auch wieder live im Feld präsentieren zu dürfen.

Sonnenblumen Untersaat

Jetzt Untersaat in Sonnenblumen planen

Extensive Anbauformen sind im heutigen Umfeld gesucht und erwünscht, eine Möglichkeit ist die Sonnenblume. Der Einsatz von Fungiziden oder Insektiziden zeigen sich kaum wirtschaftlich. Kombinieren kann man dies mit einer mechanischen Unkrautbekämpfung und der Einsaat einer Untersaat. Optimal sät man die Untersaat im letzten Hackdurchgang mit ein.

Untersaat früh üppig nah blühend

Sonnenblumen in Begleitung

Sonnenblumen sind eine der Hackfrüchte schlechthin. Ein dreijähriger Versuch der Liebegg soll nun zeigen, ob eine mechanische Unkrautregulierung ohne finanzielle Einbussen möglich ist und was Untersaaten, die entweder gleichzeitig mit den Sonnenblumen oder nach einer mechanischen Unkrautregulierung gesät werden, bringen.


Futterbau

Mäuseplage

Mäuseplage hinterlässt Spuren

Im vergangenen Herbst haben die Mäuse auf den Wiesen vieler Betriebe im üppig wachsenden Grases grosse Schäden angerichtet. Statt Winterruhe zu geben, nutzten sie den Schutz der langen Januar-Schneedecke für ihre Wühl- und Nageraktivität. Lückige, unebene und schlecht tragfähige Natur- und Kunstwiesen sind das Ergebnis. Mit passenden Pflege- und Sanierungsmassnahmen werden Ertragsausfälle und Futterverschmutzung in Grenzen gehalten und die Pflanzenbestände saniert. Ausgeebnet wird mit am besten mit der Wiesenegge, rückverfestigt mit der Walze. Zur Wiesenerneuerung dienen Übersaaten, die Versamung von Horstgräsern, die Neuansaat oder der vorübergehende Einbezug in die Fruchtfolge. Sind auf einem Betrieb viele Flächen betroffen, kann bei den Massnahmen nicht nur auf eine Karte, wie der Übersaat, gesetzt werden, da selten alle ihre Erfolgskriterien erfüllt werden können. Eine allfällige Übersaat muss möglichst früh erfolgen können, sonst sind sie zu anfällig für eine Frühlings- oder Sommertrockenheit. Die Reihenfolge und Kombination der Arbeitsgänge ist situationsspezifisch:

  • Bei regelmässig stark aufgeworfenen Mäusehaufen: -> Abtrocknen lassen --> Abschleppen (Zähne nach unten, wenn Gräser- und Kräuterfilz zur Vorbereitung einer Übersaat zerstört werden soll) --> übersäen --> walzen
  • Bei wenig aufgeworfenen Mäusehaufen und wenig verwurzelten Jungpflanzen nach einer letztjährigen Erneuerung: --> übersäen so früh, wie möglich --> walzen (kann auch später nach dem Auflaufen erfolgen)
  • Bei fast keinen aufgeworfenen Mäusehaufen: --> übersäen so früh, wie möglich --> abtrocknen lassen und walzen
Herbstgras in Siloballen

Herbstgras ist auch etwas wert

Statt überschüssiges Herbstfutter draussen stehen oder liegen zu lassen, soll dieses beweidet, eingegrast oder siliert werden. Damit das Futter gut gefressen wird und keine Probleme mit Grasnarbenschäden, Fehlgärungen und Blähungen entstehen, muss das Gras mit Bedacht genutzt oder konserviert werden und den Tieren im Stall struktur- und energiereicheres Futter zur Verfügung stehen.


Biodiversität/Landschaftsqualität

Fotoserie «Lebensräume im Kulturland»

Diese Beispiele bringen Sie auf Ideen! Randflächen zwischen den Kulturen lassen sich in kurzer Zeit in hochwertige Lebensräume für Nützlinge und andere schutzbedürftige Kleintiere verwandeln. Holen Sie sich hier Inspiration für die Naturförderung auf Ihrem Betrieb – denn gepflegte Biodiversitätsförderflächen sind eine ausgezeichnete Visitenkarte für unsere produktive und zugleich naturnahe Aargauer Landwirtschaft. Haben Sie eigene gute Beispiele? Senden Sie Ihre Fotos an niklaus.trottmann@ag.ch.

Aktuell: Wohin mit dem Bruchholz?

FB Lebhag

Wem der altbekannte Asthaufen zu gewöhnlich oder gar zu unordentlich ist, baut aus Ästen einen Bruchholzzaun. So entstehen mit wenig Aufwand kunstvolle Gebilde. Mit der Zeit begrünen sich die Zäune und werden zum «Lebhag». Wer das nicht möchte, schichtet sie alle paar Jahre neu auf.

Standort: Entlang von Spazierwegen als Bollwerk gegen Hundekot. Auch bestens geeignet zur Abgrenzung von Pferdekoppeln. Komplimente sind garantiert!

FB Holzbeige

Vögel nutzen sie als Sitzwarte, Wiesel, Igel, Eidechse und Co. finden darin Nahrung und Unterschlupf. Holzbeigen sind quasi das Schweizer Taschenmesser unter den Kleinstrukturen: Nachwachsender Rohstoff und Refugium auf kleinstem Raum.

Standort: Gut besonnt, in der Nähe von Waldrändern, Hecken und Gewässern.

FB Totholzbaum

Grosser Effekt mit null Aufwand: Totholzbäume sind die platzsparendste Variante des Asthaufens. Für Spechte und andere Insektenfresser sind sie ein Schlaraffenland.

Standort: Überall, wo herunterfallende Äste keine Gefahr darstellen.

FB Trittstein

Auch dieses Stammfragment hat noch einen Wert. In der Baumreihe bietet es Kleintieren einen geschützten Zwischenhalt auf ihren Wanderungen.

Standort: Als «Trittstein» zwischen bestehenden naturnahen Flächen.

Auf der Suche nach weiteren Ideen? Die Fotoserie «Lebensräume im Kulturland» begleitet Sie in mehreren Feldbau-Newslettern durchs ganze Jahr 2021. Für gesamtbetriebliche Planungen empfehlen wir das Liebegger Beratungsmodul «Biodiversität mit Qualität».
 

 

Pflegeeinsätze auf Biodiversitätsförderflächen organisieren

Um freiwillige Helferinnen und Helfer zu finden, eignet sich die kostenlose App «Five up». Damit lässt sich in wenigen Schritten ein Arbeitseinsatz ausschreiben. Die Anmeldung der Freiwilligen erfolgt ebenfalls über die App. Die Unfallversicherung ist Sache der Teilnehmer.

 

Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Aargau haben auch die Möglichkeit, Arbeitseinsätze für Asylsuchende anzubieten. Die Ausschreibung erfolgt online über das kantonale Portal Beschäftigung. Das einmalige Ausfüllen des Gesuchs dauert ca. eine Stunde. Ist das Gesuch einmal bewilligt, können unbeschränkt Einsätze durchgeführt werden. Die Teilnehmenden sind über den kantonalen Sozialdienst gegen Unfälle versichert.

Pflegeeinsatz BFF App

Diese Fragen helfen beim Vorbereiten des Einsatzes:

  • Welche Pflegearbeiten sollen ausgeführt werden?
  • Wie viele Personen benötige ich?
  • Welches Material stelle ich zur Verfügung, welche Ausrüstung müssen die Helfer mitbringen?
  • Auf welche Regeln lege ich Wert? Welche Instruktionen gebe ich?
  • Welche Verpflegungs- und Hygienemöglichkeiten biete ich an?

Das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg ist interessiert an Ihren Erfahrungen mit Freiwilligen-Einsätzen auf Biodiversitätsförderflächen.
Kontakt: Niklaus Trottmann, 062 855 86 54, niklaus.trottmann@ag.ch

 

Problempflanzen auf Biodiversitätsförderflächen bekämpfen

Damit Problemunkräuter in Biodiversitätsförderflächen nicht versamen können, müssen sie rechtzeitig bekämpft werden. An erster Stelle steht die mechanische Bekämpfung. Ist diese mit angemessenem Aufwand nicht möglich, dürfen bewilligte Herbizide zur Einzelstock- oder Nesterbehandlung eingesetzt werden. In der Übersichtstabelle des BLW sind die bewilligten Wirkstoffe für jede Biodiversitätsförderfläche ersichtlich.

Bekämpfung Einjähriges Berufkraut

Mechanische Bekämpfung: Pflanzen einzeln ausreissen oder ausstechen (ideal bei feuchtem Boden); bei grossen Vorkommen auf Wiesen und Weiden am Rand ausreissen, innen mähen (mehrmals, alle 2 Monate).

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF: keine

Bekämpfung Acker-Kratzdistel

Mechanische Bekämpfung: Um das Versamen und eine Ausdehnung der Nester zu unterbinden, die Blütenköpfe vor der Vollblüte und idealerweise vor Regen tief abschneiden und entsorgen. Das Niederschlagswasser fördert die Verpilzung und schwächt die Pflanze. Die Massnahme im Herbst wiederholen.

Chemische Bekämpfung: Einzelstock- oder Nesterbehandlung bei wüchsigem Wetter, wenn die Pflanzen mindestens 30 bis 40 cm hoch sind bis spätestens zu Beginn der Blütenknospenbildung; Nachbehandlung im Herbst notwendig.

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF*: Clopyralid (Mittel Lontrel oder Clio, Alopex) mit Ölzusatz, Wirkstoffkombination Triclopyr und Clopyralid (Mittel Picobello), Wirkstoffkombination Fluroxypyr und Aminopyralid (Mittel Simplex), Wirkstoffkombination Triclopyr und Fluroxypyr (Mittel Carlon 2000)

* Extensiv genutzte Wiesen und Weiden, Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche, Krautsäume entlang von Hecken

Bekämpfung Blacke

Mechanische Bekämpfung: Bei Blacken mit bereits entwickelten Blütenanlagen ist das Ausstechen die einzige Bekämpfungsmöglichkeit. Bei Zeitmangel als Notlösung die Samenständer abschneiden.

Chemische Bekämpfung: Einzelstockbehandlungen sind bis zur Bildung der Blütenanlage wirksam.

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF*: Metsulfuronmethyl (Mittel Ally Tabs), Wirkstoffkombination Triclopyr und Clopyralid (Mittel Picobello), Glyphosate, Wirkstoffkombination Fluroxypyr und Aminopyralid (Mittel Simplex), Wirkstoffkombination Triclopyr und Fluroxypyr (Mittel Carlon 2000)

* Extensiv genutzte Wiesen und Weiden, Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche, Krautsäume entlang von Hecken

Bekämpfung Winde

Mechanische Bekämpfung: Die Mechanische Bekämpfung ist wenig erfolgsversprechend.

Chemische Bekämpfung: Herbizidbehandlung im Frühjahr vornehmen, sobald genügend Blattmasse vorhanden ist.

Bewilligter Wirkstoff auf BFF*: Glyphosate

* Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche

Bekämpfung Quecke

Mechanische Bekämpfung: Die Mechanische Bekämpfung ist wenig erfolgsversprechend.

Chemische Bekämpfung: Herbizidbehandlung auf die 15 - 25 cm hohen Triebe vornehmen.

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF*: Cycloxydim (Mittel Focus Ultra), Fluazifop-butyl (Gräsermittel Fusilade Max), Haloxyfop (Mittel Gallant 535), Mittel Quizalofop (Targa Super), Glyphosate

* Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche