Ackerbau

Bild Braugerste

Aargauer Braugerste – eine interessante Alternative

Der Anbau von Braugerste ist aufgrund des hohen Preises von 90.-/dt finanziell attraktiv. Bei dieser extensiven Kultur ist eine Nmin-Analyse im März unabdingbar, ansonsten besteht die Gefahr, dass die geforderte Qualität nicht erreicht wird. Zusätzlich gilt es zu beachten, dass im Pflanzenschutz nur Beizungen und Herbizide erlaubt sind.

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Gerstenflurgang

Wir freuen uns, Sie wieder auf dem Feld begrüssen zu dürfen. Vergleichen Sie direkt im Feld neue Gerstensorten mit den bewährten Sorten. Wir präsentieren Ihnen die Resultate aus den offiziellen Sortenversuchen und vergleichen diese mit den Streifenversuchen in Birrhard. Denn schon bald müssen Sie sich wieder entscheiden, welche Sorte sie im Herbst 2021 aussäen möchten.

Krähenrupfung

Mais: Vorbeugen ist besser als nachsäen

Die einzige chemische Alternative zur altbekannten Mesurolbeizung ist in diesem Jahr eine Beizung mit Korit. Dieses Produkt ist allerdings nicht nur wesentlich weniger wirksam, sondern auch sehr umstritten und in der EU bereits verboten. Das bedeutet, im Moment stehen trotz intensiver Forschung noch keine gleichwertige Alternativen zur Verhinderung von Krähenschäden zur Verfügung. Um grösser Schäden zu verhindern, ist es wichtig, dass sich der Mais möglichst wenig lang in der kritischen Jugendphase (Saat bis ca. 10 cm Pflanzenhöhe) befindet. Die Förderung einer zügigen Jugendentwicklung wird deshalb vor allem in Gebieten mit viel Krähen entscheidend sein für einen erfolgreichen Maisanbau.

Bewässerungs App Bild

Bewässerungs-APP gratis nutzen

Eine gezielte Bewässerungsstrategie ist eine Herausforderung, insbesondere auf Betrieben mit verschiedenen Kulturen, Böden und Bewässerungstechniken. Sie ist zentral für gute Erträge mit guter Qualität und trägt dazu bei, möglichst (arbeits-)wirtschaftlich zu produzieren.

Eine kostenlose Online Berechnung soll nun dabei helfen, die Bewässerung zu optimieren.

Film Von Bauern für Bauern

Pflanzenschutz - Gemeinsam besser werden

Im Rahmen der Projektreihe «Von Bauern für Bauern» hat Wissensmanagement Umwelt drei neue Videos zum Thema Pflanzenschutz produziert. Darin erzählen unter anderem Aargauer Protagonisten, wie sie auf ihren Betrieben den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Schonung der Umwelt verbessern, schrittweise reduzieren oder sogar ganz ersetzen.

Maissaat

Maissaat

Damit der Mais eine zügige Jugendentwicklung hat, muss der Boden in 5 – 10 cm Tiefe mindestens 8 bis 10 ° C warm sein. In diesem Frühling wechselten sich sehr warme Wetterphasen mit sehr kalten Wetterphasen ab. So stiegen die Bodentemperaturen in 10 cm Tiefe anfangs April auf über 10 ° C an. Sie fielen dann aber nach Ostern wieder deutlich unter 8 ° C. Auch in der vergangenen Woche erwärmten sich die Böden aufgrund der kalten Nächte und der Bisenlage kaum.

Spatenprobe quer

Spatenprobe – wie geht es meinem Boden? Jetzt oder während der Saison

Die wichtigste Grundlage in der landwirtschaftlichen Produktion ist der Boden. In den nächsten Tagen und Wochen bietet sich bei wärmeren Temperaturen die Gelegenheit, den Boden und dessen Qualität genauer zu beurteilen. Es gibt fünf einfache Methoden, die Rückschlüsse auf die Gesundheit des Bodens zulassen.

Sonnenblumen Untersaat

Jetzt Untersaat in Sonnenblumen planen

Extensive Anbauformen sind im heutigen Umfeld gesucht und erwünscht, eine Möglichkeit ist die Sonnenblume. Der Einsatz von Fungiziden oder Insektiziden zeigen sich kaum wirtschaftlich. Kombinieren kann man dies mit einer mechanischen Unkrautbekämpfung und der Einsaat einer Untersaat. Optimal sät man die Untersaat im letzten Hackdurchgang mit ein.


Futterbau

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Übersäte Wiesen früh räumen

Nach Mäuseschäden übersäte Wiesen müssen jung genutzt werden. Dies verhilft den Jungpflanzen zu Licht und verhindert die Versamung von Problempflanzen Damit das Hirtentäschchen auf Weiden gefressen wird, muss es vorgemäht werden.  

Herbstzeitlose

Herbstzeitlosen zurückdrängen

Herbstzeitlose ist eine ausdauernde Giftpflanze, die meist auf ungedüngten Wiesen vorkommt. Die fleischigen Blätter sind momentan gut sichtbar. In den nächsten zwei Wochen kann die Herbstzeitlose erfolgreich bekämpft werden. Eine chemische Bekämpfung ist nur als Einzelstockbehandlung mit dem Herbizid Ally Tabs (Wirkstoff Metsulfuron-Methyl) bewilligt. Für die bessere Wirksamkeit ist zwingend ein Netzmittel beizumischen (z. B. Genol). Als Alternative zur chemischen Bekämpfung bringt auch das wiederholte, konsequente Ausreissen über mehrere Jahre – jeweils in der zweiten Aprilhälfte – ein guter Bekämpfungserfolg.

Bild  Weidebeginn

Raus auf die Weide

Während keiner Jahreszeit ist der Gehalt der Gräser so hoch und die Wirkung des Tritts auf die Bestockung und Rasenbildung so gut wie im Frühling. Wer seine Tiere schon kurz nach Vegetationsbeginn auf die Weide lässt, ermöglicht ihnen nicht nur Freudensprünge, sondern eine optimale Übergangsfütterung von der Winter- zur Sommerration und staffelt den Futterwuchs. Die Frühlingsweide (März-Mai) fördert aber auch die Bestockung der Horstgräser und drängt Kräuter und Mäuse zurück.  Je früher die Weide beginnt, desto grösser ist die Fläche, welche von diesem Effekt profitieren kann.

Wer vom günstigen Weidegras profitieren will, muss auch dafür sorgen, dass dieses ohne grosse Weideverluste beweidet werden kann. Der rechtzeitige Beginn mit der Frühlingsweide (Vorweide) hilft massgebend, den Futterwuchs so zu staffeln, dass während der Wachstumsspitze (Mitte April-Ende Mai) das Futter nicht plötzlich zu alt ist, bevor junges Gras nachgewachsen ist. Die Vorweide beginnt mit dem Erwachen der Gräser, ist grossflächig und dauert zu Beginn nur ein, zwei Stunden pro Tag, sodass sich die Tiere an das rohfaserarme Futter gewöhnen können.

Bei schlechtem Wetter wird die Weidedauer gekürzt und nur trittfeste Weiden bestossen. Nach Mäuseschäden übersäte Wiesen profitieren vom Kurzhalten des Grases und vom Weidetritt, solange grossflächig und schonend überweidet wird.

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Wiesensanierung im Frühling

Den anfangs März abgeschleppten und übersäten Wiesen kann der neuliche Wintereinbruch nichts anhaben. In nordexponierten und höheren Lagen, wo das Gras noch kurz ist, gibt es nach der Schneeschmelze eine letzte Gelegenheit zur Frühjahrs-Übersaat. Erfahren Sie, worauf es ankommt, dass solche gelingen oder ob andere Sanierungsmethoden in Betracht zu ziehen sind.


Biodiversität/Landschaftsqualität

Fotoserie «Lebensräume im Kulturland»

Diese Beispiele bringen Sie auf Ideen! Randflächen zwischen den Kulturen lassen sich in kurzer Zeit in hochwertige Lebensräume für Nützlinge und andere schutzbedürftige Kleintiere verwandeln. Holen Sie sich hier Inspiration für die Naturförderung auf Ihrem Betrieb – denn gepflegte Biodiversitätsförderflächen sind eine ausgezeichnete Visitenkarte für unsere produktive und zugleich naturnahe Aargauer Landwirtschaft. Haben Sie eigene gute Beispiele? Senden Sie Ihre Fotos an niklaus.trottmann@ag.ch.

Aktuelle Ideen: Streifenförmige Lebensräume im Acker und auf Wiesen

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2021 ist das Jahr der Blühstreifen. Über 400 Bauernfamilien beteiligen sich schweizweit an der Aktion "Die Schweiz blüht"! Die farbenfrohen Mischungen aus Wild- und Kulturblumen werden im späten Frühling gesät und blühen vom Sommer bis in den Herbst hinein. Honigbienen und Wildbestäuber finden im Blühstreifen durchgehend Nahrung. Auch verschiedene Schlupfwespenarten tanken hier Nahrung, bevor sie in die Kulturen einfliegen, um Schädlingsraupen zu erbeuten. Der Nützlingseffekt von Blühstreifen wurde in Praxisversuchen nachgewiesen.

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Der Saum auf Ackerland wurde als Verlängerung der bestehenden Hecke angelegt. Feldhasen, Wiesel, Erdkröten und andere Kleintiere nutzen den mehrjährigen strukturreichen Streifen als geschützten Wanderkorridor. Positiver Nebeneffekt: Säume am Wegrand schützen wirksam vor Hundekot im Futter.

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Die Böschungen werden nur jedes zweite Jahr gemäht. Altgras ist einer der wichtigsten Überwinterungsorte für Spinnen und zahlreiche weitere Nützlinge. In den schmalen Streifen ist der Mäusedruck tiefer und die Bekämpfung einfacher als in flächigen Altgrasinseln.

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Bereits Minuten nach der Mahd wimmelt es in den Rückzugsstreifen von Heuschrecken und Laufkäfern: Sie flüchten gezielt von der gemähten Fläche ins stehende Gras. Auch die wenig mobilen Arten profitieren: Auf Wiesen mit Rückzugsstreifen überleben signifikant mehr Schmetterlingsraupen als in ganzflächig gemähten Beständen.

Auf der Suche nach weiteren Ideen? Die Fotoserie «Lebensräume im Kulturland» begleitet Sie in mehreren Feldbau-Newslettern durchs ganze Jahr 2021. Für gesamtbetriebliche Planungen empfehlen wir das Liebegger Beratungsmodul «Biodiversität mit Qualität».
 

 

Pflegeeinsätze auf Biodiversitätsförderflächen organisieren

Um freiwillige Helferinnen und Helfer zu finden, eignet sich die kostenlose App «Five up». Damit lässt sich in wenigen Schritten ein Arbeitseinsatz ausschreiben. Die Anmeldung der Freiwilligen erfolgt ebenfalls über die App. Die Unfallversicherung ist Sache der Teilnehmer.

 

Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Aargau haben auch die Möglichkeit, Arbeitseinsätze für Asylsuchende anzubieten. Die Ausschreibung erfolgt online über das kantonale Portal Beschäftigung. Das einmalige Ausfüllen des Gesuchs dauert ca. eine Stunde. Ist das Gesuch einmal bewilligt, können unbeschränkt Einsätze durchgeführt werden. Die Teilnehmenden sind über den kantonalen Sozialdienst gegen Unfälle versichert.

Pflegeeinsatz BFF App

Diese Fragen helfen beim Vorbereiten des Einsatzes:

  • Welche Pflegearbeiten sollen ausgeführt werden?
  • Wie viele Personen benötige ich?
  • Welches Material stelle ich zur Verfügung, welche Ausrüstung müssen die Helfer mitbringen?
  • Auf welche Regeln lege ich Wert? Welche Instruktionen gebe ich?
  • Welche Verpflegungs- und Hygienemöglichkeiten biete ich an?

Das Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg ist interessiert an Ihren Erfahrungen mit Freiwilligen-Einsätzen auf Biodiversitätsförderflächen.
Kontakt: Niklaus Trottmann, 062 855 86 54, niklaus.trottmann@ag.ch

 

Problempflanzen auf Biodiversitätsförderflächen bekämpfen

Damit Problemunkräuter in Biodiversitätsförderflächen nicht versamen können, müssen sie rechtzeitig bekämpft werden. An erster Stelle steht die mechanische Bekämpfung. Ist diese mit angemessenem Aufwand nicht möglich, dürfen bewilligte Herbizide zur Einzelstock- oder Nesterbehandlung eingesetzt werden. In der Übersichtstabelle des BLW sind die bewilligten Wirkstoffe für jede Biodiversitätsförderfläche ersichtlich.

Bekämpfung Einjähriges Berufkraut

Mechanische Bekämpfung: Pflanzen einzeln ausreissen oder ausstechen (ideal bei feuchtem Boden); bei grossen Vorkommen auf Wiesen und Weiden am Rand ausreissen, innen mähen (mehrmals, alle 2 Monate).

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF: keine

Bekämpfung Acker-Kratzdistel

Mechanische Bekämpfung: Um das Versamen und eine Ausdehnung der Nester zu unterbinden, die Blütenköpfe vor der Vollblüte und idealerweise vor Regen tief abschneiden und entsorgen. Das Niederschlagswasser fördert die Verpilzung und schwächt die Pflanze. Die Massnahme im Herbst wiederholen.

Chemische Bekämpfung: Einzelstock- oder Nesterbehandlung bei wüchsigem Wetter, wenn die Pflanzen mindestens 30 bis 40 cm hoch sind bis spätestens zu Beginn der Blütenknospenbildung; Nachbehandlung im Herbst notwendig.

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF*: Clopyralid (Mittel Lontrel oder Clio, Alopex) mit Ölzusatz, Wirkstoffkombination Triclopyr und Clopyralid (Mittel Picobello), Wirkstoffkombination Fluroxypyr und Aminopyralid (Mittel Simplex), Wirkstoffkombination Triclopyr und Fluroxypyr (Mittel Carlon 2000)

* Extensiv genutzte Wiesen und Weiden, Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche, Krautsäume entlang von Hecken

Bekämpfung Blacke

Mechanische Bekämpfung: Bei Blacken mit bereits entwickelten Blütenanlagen ist das Ausstechen die einzige Bekämpfungsmöglichkeit. Bei Zeitmangel als Notlösung die Samenständer abschneiden.

Chemische Bekämpfung: Einzelstockbehandlungen sind bis zur Bildung der Blütenanlage wirksam.

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF*: Metsulfuronmethyl (Mittel Ally Tabs), Wirkstoffkombination Triclopyr und Clopyralid (Mittel Picobello), Glyphosate, Wirkstoffkombination Fluroxypyr und Aminopyralid (Mittel Simplex), Wirkstoffkombination Triclopyr und Fluroxypyr (Mittel Carlon 2000)

* Extensiv genutzte Wiesen und Weiden, Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche, Krautsäume entlang von Hecken

Bekämpfung Winde

Mechanische Bekämpfung: Die Mechanische Bekämpfung ist wenig erfolgsversprechend.

Chemische Bekämpfung: Herbizidbehandlung im Frühjahr vornehmen, sobald genügend Blattmasse vorhanden ist.

Bewilligter Wirkstoff auf BFF*: Glyphosate

* Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche

Bekämpfung Quecke

Mechanische Bekämpfung: Die Mechanische Bekämpfung ist wenig erfolgsversprechend.

Chemische Bekämpfung: Herbizidbehandlung auf die 15 - 25 cm hohen Triebe vornehmen.

Bewilligte Wirkstoffe auf BFF*: Cycloxydim (Mittel Focus Ultra), Fluazifop-butyl (Gräsermittel Fusilade Max), Haloxyfop (Mittel Gallant 535), Mittel Quizalofop (Targa Super), Glyphosate

* Bunt- und Rotationsbrachen, Säume auf Ackerfläche